Was muss ich alles mitschicken?

Wenn Sie zu viel mitschicken, gewinnt der Recruiter den Eindruck, dass Sie wichtig von unwichtig nicht unterscheiden können oder sich vor Panik nicht getraut haben, irgendetwas wegzulassen. Beides ist nicht gut. Ganz nebenbei machen Sie ihm so auch noch die Arbeit, das wesentliche vom unwesentlichen zu trennen. Und sollten Sie dann doch eingeladen werden, müssen alle Beteiligten Ihre Unterlagen regelmäßig auch noch ausdrucken und mit sich rumschleppen.

Weniger ist mehr!

 

Also, was gehört unbedingt in die Bewerbung?

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören das Anschreiben, der (tabellarische) Lebenslauf und Schul- und Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse und Bescheinigungen, die Ihre für die angestrebte Position relevanten Kenntnisse, Erfahrungen und Leistungen widerspiegeln. Dies vorausgeschickt können Sie sich als Bewerber an den folgenden Leitlinien orientieren:

Wer als Hochschulabsolvent frisch in den Beruf startet oder sich während des Studium auf ein Praktikum oder einen Job bewirbt, sollte seiner Bewerbung folgende Unterlagen beifügen:

  • Ausbildung
    • Das Zeugnis der Hochschulreife (z.B. Abitur)
    • Alle Abschlusszeugnisse der Hochschule (Bachelor, Master, Diplom…)
    • Falls das Abschlusszeugnis aussteht, sollte ein Zwischenzeugnis bzw. eine Fächer- und Notenübersicht beigefügt werden.
    • Etwaige Zeugnisse aus Staatsexamen (z.B. Lehramt, Jura)
    • Etwaige Promotionsurkunde
    • Zeugnis einer etwaigen Berufsausbildung
  • Praktika
    • Zeugnisse aller Praktika
  • Berufserfahrung
    • Arbeitszeugnisse (z.B. Minijobs, Nebentätigkeiten)
  • Kenntnisse
    • Bescheinigungen von Kenntnissen, die für den angestrebten Job relevant sind (z.B. Sprachzertifikate, Rhetorik-Training, Arbeitsorganisations-Training)

Wer als Hochschulabsolvent bereits auf erste Berufserfahrung zurückblicken kann, sollte seiner Bewerbung folgende Unterlagen beifügen:

  • Berufserfahrung
    • Alle Arbeitszeugnisse – liegt für die letzte Station kein Arbeitszeugnis vor, sollte möglichst ein Zwischenzeugnis eingereicht werden (keine Minijobs, Nebentätigkeiten)
  • Ausbildung
    • Das Zeugnis der Hochschulreife (z.B. Abitur)
    • Alle Abschlusszeugnisse der Hochschule (Bachelor, Master, Diplom…)
    • Etwaige Zeugnisse aus Staatsexamen (z.B. Lehramt, Jura)
    • Etwaige Promotionsurkunde
    • Zeugnis einer etwaigen Berufsausbildung
  • Kenntnisse
    • Bescheinigungen von besonders wertvollen Kenntnissen, die für den angestrebten Job notwendig sind (z.B. SAP-Zertifikat, Black-Belt…)

Wer als Hochschulabsolvent auf mehr als 10 Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann, sollte seiner Bewerbung folgende Unterlagen in folgender Reihenfolge beifügen, beginnend jeweils mit dem jüngsten Dokument je Rubrik:

  • Berufserfahrung
    • Nur die Arbeitszeugnisse der letzten 10 Jahre – liegt für die letzte Station kein Arbeitszeugnis vor, sollte möglichst ein Zwischenzeugnis eingereicht werden (keine Minijobs, Nebentätigkeiten)
  • Ausbildung
    • Alle Abschlusszeugnisse der Hochschule (Bachelor, Master, Diplom…)
    • Etwaige Zeugnisse aus Staatsexamen (z.B. Lehramt, Jura)
    • Etwaige Promotionsurkunde
    • Zeugnis einer etwaigen Berufsausbildung
  • Kenntnisse
    • Bescheinigungen von besonders wertvollen Kenntnissen, die für den angestrebten Job notwendig sind (z.B. SAP-Zertifikat, Black-Belt…)

Wer einen Ausbildungsplatz anstrebt, sollte seiner Bewerbung folgende Unterlagen beifügen:

  • Ausbildung
    • Die letzten zwei Schulzeugnisse
  • Praktika
    • Zeugnisse bzw. Bestätigungen aller Praktika
  • Berufserfahrung
    • Arbeitszeugnisse bzw. Bestätigungen (z.B. Minijobs, Nebentätigkeiten)
  • Kenntnisse
    • Bescheinigungen von Kenntnissen, die für den angestrebten Job relevant sind (z.B. Sprachzertifikate, Maschinenschreiben, Computerkenntnisse, Auszeichnungen)

Wer sich aufbauend auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung bewirbt, sollte seiner Bewerbung folgende Dokumente beifügen:

  • Berufserfahrung
    • Die Arbeitszeugnisse der letzten 10 Jahre – liegt für die letzte Station kein Arbeitszeugnis vor, sollte möglichst ein Zwischenzeugnis eingereicht werden (keine Minijobs, Nebentätigkeiten)
  • Ausbildung
    • Alle Zeugnisse der Berufsausbildung (z.B. IHK, HK, Berufsschule), beginnend mit dem hochwertigsten (Meister?)
    • Das letzte Schulzeugnis, so nicht mehr als 10 Jahre Berufserfahrung.
  • Kenntnisse
    • Bescheinigungen von besonders wertvollen Kenntnissen, die für den angestrebten Job notwendig sind (z.B. SAP-Zertifikat, Schweißen, Auszeichnungen…)

Wie soll ich meine Unterlagen sortieren?

Die Sortierung sollte grundsätzlich entsprechend der Reihenfolge der Rubriken (z.B. Ausbildung) erfolgen. Innerhalb der Rubriken sollte sich das jeweils jüngste Dokument am Anfang und das älteste am Schluss finden.

So stellen Sie sicher, dass der Personaler das wichtigste Dokument, z.B. Ihren höchsten Abschluss oder Ihre jüngste Berufserfahrung, zuerst in den Händen hält. Der Recruiter gewinnt sofort das Gefühl, dass Sie wissen, worauf es ankommt.

Was gehört sonst noch in die Unterlagen rein?

Schauen Sie noch einmal genau in die Stellenanzeige. Manchmal werden dort vom Unternehmen noch Dokumente genannt, die zusätzlich von Ihnen erwartet werden.

In kreativen Berufen kann es opportun sein, seiner Bewerbung Arbeitsproben beizufügen. So nicht ausdrücklich verlangt, würden wir davon abraten, mehr als 10 Seiten Arbeitsproben den Unterlagen direkt beizufügen. Wenn Sie dem Arbeitgeber darüber hinaus Einblick in Ihr Schaffen geben möchten, können Sie im Lebenslauf einen Link auf ein passwortgeschütztes Archiv anbieten.

Welche Nachweise sortiere ich aus?

Die Zeugnisse dienen der Überprüfung Ihrer Angaben im Lebenslauf. Jeder Recruiter schaut z.B., ob die Zeitangaben im Lebenslauf mit denen in den Zeugnissen übereinstimmen.

Sehen möchte der Recruiter lebenslänglich den Nachweis Ihrer Berufs- und/oder Hochschulausbildung. Darüber hinaus sind die letzten 10 Berufsjahre von besonderer Bedeutung. Da möchte man alle Arbeitszeugnisse sehen. Mit der ersten Berufserfahrung schwindet das Interesse an Ihrem Schulabschluss. Was Sie in der Grundschule gemacht haben, interessiert allenfalls noch Ihren Ausbildungsbetrieb. Nach Ausbildung oder Studium will es keiner mehr sehen.

Dies vorausgeschickt sollten Ihre Unterlagen nicht mehr als 20-30 Seiten umfassen. Spätestens bei mehr als 30 Seiten sollten Sie Dokumente aussortieren – besser aber schon früher.

Kann ich Arbeitszeugnisse weglassen, die ich ungern zeige?

Handelt es sich nach dem oben gesagten nicht um ein Zeugnis, das unbedingt in die Unterlagen hineingehört, dann können sie es ohne Probleme weglassen. Anderenfalls würden wir eher dazu neigen, das Zeugnis der Bewerbung beizufügen als durch eine lückenhafte Darstellung den neuen Arbeitgeber skeptisch zu stimmen.

Sollte Sie dann im Bewerbungsgespräch auf genau dieses Zeugnis angesprochen werden, können Sie mit einer gut vorbereiteten Antwort „ganz spontan“ glänzen.

Und dann ist meine Bewerbung vollständig?

Grundsätzlich ja. Schauen Sie noch einmal, ob ihr Scanner auch alle Dokumente gut lesbar, vollständig und in der richtigen Reihenfolge eingescannt hat und das PDF-Dokument, das Sie Ihrer Bewerbung beifügen werden, nicht allzu groß geworden ist. Wenn Sie mehr als 5 MB insgesamt versenden, laufen Sie vielerorts Gefahr, dass Ihre Dokumente am Virenscanner hängen bleiben. Und gucken Sie noch einmal ins Anschreiben, ob Sie – so vom Unternehmen verlangt – Angaben zum Gehaltswunsch und möglichen Eintrittsdatum vermerkt haben – und achten Sie bei aller Sorgfalt darauf, den Bewerbungsschluss nicht zu verpassen!!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!