Was gehört in einem Vorstellungsgespräch in eine Selbstpräsentation?

„Erzählen Sie doch mal etwas über sich“. Was sich für die einen wie eine Einladung zum freien Fall anfühlt, wird von anderen unterschätzt und als Nebensache abgetan. Dabei ist das Ihre einmalige Chance sich und Ihre Qualitäten in aller Freiheit vorzustellen! Diese Tipps zeigen, wie Sie diese Möglichkeit zu Ihrem Vorteil zielführend ausschöpfen können.

Während Sie sich vorstellen, wollen Personaler die Informationen Ihrer Bewerbung mit Ihrer reellen Person abgleichen und Sie kennenlernen. Je nachdem, wie gut Sie die Zeit  der Selbstpräsentation für sich nutzen, können schon hier wichtige Weichen gestellt werden.

Natürlich wollen Bewerber das Bild eines sympathischen und intelligenten Anwärters hinterlassen, der vor Motivation sprüht und die Vision des Unternehmens verstanden hat. Gleichzeitig besteht der Anspruch, sich auf subtile und bescheidene Art als bester Bewerber zu erweisen – und das in nur wenigen Minuten.

Stehen Sie allerdings zu sehr unter Leistungsdruck, kann sich Ihre Nervosität in unkontrolliertem Redefluss und der Aneinanderreihung unwichtiger Informationen entladen. Das macht all Ihre Bemühungen zunichte. 

Um dies zu vermeiden, sollten Sie sich Ihrer Kommunikation auf diesen zwei Ebenen bewusst sein und lernen, sie weitestgehend zu kontrollieren.

Verbale Informationen

Kommen Sie auf den Punkt, indem Sie einen „Elevator-Pitch“ vorbereiten – das vermeidet unnötige Missverständnisse und gibt Ihnen Sicherheit. Die Bezeichnung ist davon inspiriert, ein Gegenüber im Zeitrahmen einer Fahrstuhl-Fahrt (ca. 30-60 Sekunden) von sich zu überzeugen. Konzentrieren Sie sich dabei auf folgende Kernpunkte:

  • Wer bin ich?
  • Was mache ich aktuell beruflich?
  • Was ist mein Ziel?
  • Welche drei Fähigkeiten zeichnen mich aus?
  • Welche Wünsche/Probleme hat der Arbeitgeber und wie kann ich zur Lösung beitragen?

Nonverbale Informationen

Ihr Erscheinungsbild ist immer eine Mischung aus verschiedensten Facetten, wie

  • Mimik und Gestik
  • Körperhaltung
  • Sprache (Sprechgeschwindigkeit, Redefluss, Vokabular …)
  • Kleidung und Körperpflege
  • Benehmen

Innerhalb von Sekunden setzen diese Eigenschaften eine Assoziationskette bei Ihrem Gegenüber frei, woraufhin sich viel entscheiden kann. Machen Sie sich bewusst, was Sie nonverbal kommunizieren. Helfen können hierbei z.B. ein ehrliches Feedback von Freunden und Familie, aber auch eine eigene Betrachtung des Spiegelbilds.

Kommen Sie zum Punkt

 Niemand verlangt hier eine vollständige Biografie und auch familiäre Probleme und Anekdoten, sowie Konflikte in bisherigen Jobs sind hier fehl am Platz! Ehrenamtliche Tätigkeiten und Hobbys sind höchstens bei beruflicher Relevanz anzubringen, denn sie verleiten gern zum Plaudern und lenken vom Wesentlichen ab. Gefragt sind vor allem Dinge, die in Bezug zum erstrebenswerten Job stehen: Berufswahl, Qualifikation und Berufserfahrung.

Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihr Alleinstellungsmerkmal, Ihre Relevanz für den Arbeitgeber und stellen Sie Ihre Kompetenzen (Hard und Soft Skills) in 1-2 Sätzen heraus.

Keine falsche Bescheidenheit

Die Selbstpräsentation ist der bestgeeignete Teil des Vorstellungsgesprächs, um sich in einem guten Licht darzustellen. Klare Aussagen bezüglich eigener Kompetenzen sind enorm wichtig und sollten nicht durch Einschübe („Ich will nicht prahlen, aber ...“) geschmälert werden. Anstatt dadurch einen Vorteil zu schaffen, bewirkt man laut Studien mitunter genau das Gegenteil: Wer meint, sich von negativen Eigenschaften distanzieren zu müssen, erweckt beim Gegenüber erst den Eindruck sie zu besitzen.

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist gefragt. Erwecken Sie nicht den Eindruck, Sie wollten sich für Ihre Leistungen entschuldigen.

Seien Sie nachvollziehbar

Weben Sie einen roten Faden durch die Selbstpräsentation, wodurch der erstrebenswerte Job als logische Konsequenz des bisherigen beruflichen Werdegangs erscheint. Die Bewerbung sollte nicht wahllos wirken und die Fakten unbedingt mit der Bewerbung übereinstimmen.

Empathie macht sympathisch

Setzen Sie sich vorab mit der Mission des Unternehmens auseinander und machen Sie deutlich, wie Sie daran mitwirken können. Ihr Gegenüber denkt im Interesse des Unternehmens und bewertet Sie ganzheitlich. Führen Sie aus, wie gut Sie Irrelevantes von relevanten Informationen trennen können, ob Sie in der Enge der Zeit Prioritäten setzen können, ob Ihre Präsentationsfähigkeit (Charisma, Redefluss, Wortgewandtheit) auch der Darstellung des Unternehmens dienen könnte.

Bleiben Sie am Ball

Schließen Sie mit einer Frage und versuchen Sie dadurch das nächste Thema vorzugeben. Etwa: „Welche Qualitäten sind Ihrer Meinung nach am wichtigsten für diese Stelle?“

Der Vorteil der Selbstpräsentation ist, dass man sich zu 100% vorbereiten kann!