Wie beende ich in der Coronakrise mein Studium?

Viele Menschen treibt momentan die Frage um, wie und wann es nach der Coronakrise beruflich weitergeht. Selbstständige und Unternehmer fürchten um ihre berufliche Existenz, Angestellte und Arbeiter um ihren Arbeitsplatz. Aber auch die Studierenden in Deutschland schauen im Augenblick in eine ungewisse Zukunft. Denn wann, wie und ob das kommende Sommersemester, welches eigentlich Anfang April starten sollte, stattfinden kann, ist heute noch völlig unklar.

Daraus ergeben sich für viele Absolventen einige Probleme. Tausende wollten in diesem Semester ihr Studium beenden, um dann im Sommer in das Berufsleben einzusteigen. Manche haben sich auf Stellenbörsen wie Jobware und Co vielleicht schon nach passenden Stellenangeboten umgesehen. Viele andere sind auf BAföG angewiesen und müssen daher erbrachte Studienleistungen nachweisen. Schließlich ist das Studium immer auch eine Finanzierungsfrage und ein zusätzliches Semester aufgrund der Coronakrise ist für manche Studierende nur schwer zu leisten.

Welche Möglichkeiten bestehen also? Im besten Fall kann das Semester Ende April normal starten und dauert dann dementsprechend vier Wochen länger als gewohnt. Dieses Szenario erscheint Stand jetzt aber unwahrscheinlich. Oder kann sich jemand vorstellen, dass in einem Monat wieder bis zu 40.000 Menschen durch die Universitätsgebäude der Republik irren, sich in überfüllte Seminarräume drängen und in der Mensa die Suppe des Nachbarn kalt pusten? Wahrscheinlich nicht. Dies lässt im Prinzip nur zwei alternative Möglichkeiten zu: Im Worst-Case-Szenario wird das Semester komplett ausgesetzt. Dies ist aber wohl nicht zu erwarten, schließlich hängen sowohl Arbeitsplätze, Forschungsarbeiten und auch die Studiengebühren daran, dass das Semester irgendwie stattfindet.

Die wahrscheinlichste Alternative liegt daher in einer Umstellung auf digitales Lernen. Die Universitäten sind in dieser Hinsicht deutlich besser aufgestellt als die Schulen. Zum einen verwenden alle Universitäten schon seit geraumer Zeit digitale Lernplattformen für den Austausch und die Bereitstellung von Materialien. Zum anderen haben die Universitäten auch die Berechtigung diese zu verwenden, anders als an Schulen, wo aus rechtlichen Gründen viele Plattformen gar nicht genutzt werden dürfen. Die Umstellung der Lerninhalte auf digitale Plattformen ist natürlich für einige Bereiche leichter umsetzbar als für andere. Ein Literaturseminar ist wohl leichter zu digitalisieren als ein naturwissenschaftlicher Laborversuch. Hier bedarf es der Kreativität der Dozenten und der Flexibilität der Studierenden, um gemeinsam eine für beide Seiten funktionierende Lösung zu finden. Dann kann auch in Zeiten von Corona ein Studium erfolgreich abgeschlossen werden.