Passende Schriftart und Schriftgröße für Ihre Bewerbung

Die Wahl der Schriftgröße und Schriftart in Bewerbungen wirft immer wieder Fragen auf. So sollen Anschreiben und Lebenslauf nicht nur fachlich, sondern auch Zeile für Zeile optisch überzeugen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei der Wahl der Schriftgröße und Schriftart in Ihrer Bewerbung achten müssen, um einen guten Ersteindruck zu hinterlassen.

„Man erkennt den Autor aus der Schrift“, bemerkte einst der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Nicht anders ergeht es dem Bewerber, dessen Anschreiben den Erstkontakt mit einem Unternehmen herstellt. Obwohl nicht mehr mit dem Federkiel geschrieben wird, und mancher Personaler auf der Suche nach MINT- und IT-Fachkräften gewisse optische Ausreißer verzeiht, will die Wahl der Schriftart und Schriftgröße, natürlich immer in Anlehnung an die Norm DIN 5008, im Anschreiben und Lebenslauf wohl überlegt sein.

Grafiker raten dazu, keine Schrift kleiner als 10 Punkte (Pt.) zu verwenden. Üblich ist eine Schriftgröße von 12 Pt., die bei der Schriftart Times New Roman zu einem ansehnlichen Ergebnis führt. Arial wird meist in Schriftgröße 11 Pt. verwendet. Andere Schriftarten für Ihr Bewerbungsschreiben sind zum Beispiel Bookman Old Style, Calibri, Cambria, Garamond, Georgia und Verdana.

Tipp von unserem Hausgrafiker:
"Ich rate von ausgefalleneren Schriften, wie Comic Sans, ab. Laien verfallen bei der Wahl der Schriftart zu oft ins Extreme, dabei reichen schon Nuancen, wie Ligaturen oder geänderte Laufweiten, aus, um dem Anschreiben einen völlig neuen Charakter zu verleihen."

Sie können sich grundsätzlich für eine Schrift mit Serifen oder eine serifenlose Schrift entscheiden. Menschen verbinden unterbewusst bestimmte Charakterzüge mit der Mikrotypografie: Schriften mit Serifen, wie Times New Roman, gelten als besonders leserlich – aber auch etwas konservativ. Serifenlose Schriften, wie Arial, wirken modern – aber auch technisch und kalt. Betrachten Sie mal einen einzelnen Letter in 60 Pt. Wie wirkt das Buchstabenbild auf Sie? Wie stark sind Vorbreite und Nachbreite ausdefiniert? Was bewirkt die Schrift beim Personaler?

Gilt die Bewerbung einem Arbeitgeber in einer technischen Branche, könnte eine reduzierte Schrift die perfekte Wahl für das Bewerbungsschreiben sein. Als Geisteswissenschaftler könnten Sie jedoch mit einer komplexeren Schriftart, die vielleicht klassische Typografien referenziert, punkten.

Tipp vom Autor:
Welche Schriftart in der Bewerbung auch immer Sie verwenden wollen: Mischen sollten Sie die verschiedenen Fonts innerhalb eines Fließtextes nicht. Entscheiden Sie sich für eine Schrift und eine Standardgröße.

Um den eigenen Namen im Briefkopf des Anschreibens oder die Rubriken im Lebenslauf hervorzuheben, können Sie den Schriftgrad oder -stil daurchaus variieren. Bei einer Schriftgröße von 11 Pt. im Fließtext empfiehlt es sich, Überschriften in 13 Pt. darzustellen. Entsprechend setzt sich von einer Schrift in 10 Pt. eine Überschrift in 12 Pt. und von einer Schrift in 12. Pt. eine Überschrift in 14 Pt. ausreichend ab. Kapitälchen (Großbuchstaben) und die Möglichkeit, besondere Textabschnitte zu fetten, zu spationieren oder anders zu zentrieren, erweitern die typographische Gestaltung der Bewerbung.

Der Laie vergisst zumeist, dass es neben der Mikrotypgrafie (oder: Detailtypografie) auch eine Makrotypografie gibt. Überlassen Sie nicht Ihrer Textverabeitung die Wahl des Satzspiegels, der Zeilenbreite und der Worttrennung. Größere Zeilenabstände etwa um den Faktor 1,2 bis 1,5 oder Spationierungen können die Lesbarkeit Ihres Anschreibens erhöhen.

Risikoscheu oder experimentell? Oder vielleicht sogar die dem Personaler vertraute Hausschrift des Unternehmens? Planen Sie beim Aufsetzen Ihres Bewerbungsschreiben ein wenig Zeit für gestalterische Aspekte ein, aber übertreiben Sie es nicht. Oder wie der Dichterfürst einst sagte: "Das einfach Schöne soll der Kenner schätzen. Verziertes aber spricht der Menge zu."

Von Björn Thomsen