Lohnt es sich, den Grund für eine Absage zu erfragen?

Eine Absage nach dem Vorstellungsgespräch ist enttäuschend. Viele Bewerber sind daraufhin verunsichert und fragen sich, ob und wie auf ein Absage-Schreiben zu reagieren ist. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich professionell verhalten und trotzdem Rückfragen stellen können.

Eine ehrliche Antwort ist allerdings nicht immer garantiert. Viele Firmen haben den Anspruch „politisch korrekt“ zu antworten, um im Zweifelsfall aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) nicht von Bewerbern verklagt zu werden.

  1. Was ist bei einer Kontaktaufnahme zum Unternehmen zu beachten?
  • ein Telefonat ist oft effektiver als das Verfassen einer Email, denn ein Anruf kann schlechter ignoriert werden
  • nutzen Sie den bereits bekannten Kontakt (z.B. Gesprächspartner vom Vorstellungsgespräch) - je eher Sie sich melden, desto besser sind Sie noch im Gedächtnis!
  • bleiben Sie trotz Enttäuschung freundlich, das öffnet Ihr Gegenüber für Ihr Anliegen

Die richtige Formulierung ist hier ausschlaggebend: Anstatt einfach nur nach dem Ablehnungsgrund zu fragen, ist es zielführender um Feedback und Verbesserungsvorschläge für die Zukunft zu bitten. Das signalisiert Kritikfähigkeit, eine professionelle Umgangsweise mit Niederlagen und bietet Ihnen selbst viel Lernpotenzial.

  1. Feedback filtern

Überlegen Sie genau, ob die Ablehnungsgründe auch für die Bewerbung beim nächsten Unternehmen bedeutsam sein könnten oder eher nicht. Denn die Strukturen, Vorlieben und Abneigungen können je nach Geschäftsleitung stark variieren. Auch hat jedes Unternehmen andere Kunden, nach denen sich die internen Ansprüche richten. Nach wie vor macht es Sinn, sich mit jedem Unternehmen individuell auseinanderzusetzen und anschließende Kritik nicht zwingend eins zu eins umzusetzen.

  1. Gibt es Hoffnung auf eine zweite Chance?

 Erhoffen Sie sich nicht zu viel von einem Telefonat, aber verwerfen Sie auch nicht den Gedanken einer zweiten Einstiegsmöglichkeit. Viele Unternehmen sind sich aufgrund des akuten Fachkräftemangels ihrer Abhängigkeit von qualitativen Bewerbern bewusst. Oft bieten Sie auf ihren Websites Bewerber-Management-Systeme an, auf denen sich Bewerberprofile erstellen lassen. Dadurch bauen sich besonders große Firmen einen Kandidaten-Pool auf, der bei zukünftigen Ausschreibungen relevant wird.

Bieten Sie Ihrem Gesprächspartner an, Ihre Daten ggf. dort unterzubringen.

Lassen Sie sich von einer Absage nicht entmutigen. Seien Sie jedoch selbstkritisch und nutzen Sie die Chance über sich hinauszuwachsen.