Kleider machen immer noch Leute

Was bedeutet „Kleider machen Leute“? Nach der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller wird hiermit die Wirkung einer Person abhängig von ihrer Kleidung beschrieben. Aber lassen Sie uns nicht über alte Redewendungen sinnieren. Fakt ist: Ihr Outfit entscheidet darüber, wie andere über Sie denken. Das gilt vor allem im Büro.

Das Verständnis davon, was angemessenes Business Outfit im und außerhalb des Büros ist, hat sich in den vergangenen Jahren rapide gewandelt. Dazu hat auch die Coronakrise beigetragen: So viele Angestellte wie noch nie, haben das Homeoffice genutzt und sich in Alltagskleidung ihren Kollegen per Videokonferenz präsentiert. Sie auch? Heute ist es schwieriger denn je, zu definieren, was angemessenes Business Outfit ist.

Wo einst die Krawatte zum guten Ton gehörte, tut es jetzt auch das Outdoorhemd zur Jeans. Und CEOs von Start-ups und andere Gründernaturen sind mit ihrer Garderobe oftmals auf Augenhöhe mit dem Lieferboten, der mittags das Sushi bringt. 

Sogar in der internationalen Politik werden die Krawatten immer häufiger im Schrank gelassen – das ging vor etlichen Jahren höchstens in Camp David, wenn Staatsoberhäupter in Lambswool-Pullis zum Austausch durch die dortigen Wälder streiften. Dass aber zu viel Coolness und Lockerheit bei der Wahl der Garderobe negativ wirken, das sieht man an jenen Kollegen, die mit Hoodie und Jogpants am Teams Meeting teilnehmen.

Form und Style signalisieren seriöses Business

Im Business gelten nach wie vor Bekleidungskodizes, die auch Fresher und aufstrebende Talente beherzigen sollten. Denn damit erweist man den Geschäftspartnern und Kollegen Respekt und signalisiert, dass Sie sich in einer professionellen Umgebung bewegen und man Ihnen vertrauen kann.

Nur wann ist im Job welches Outfit passend? Die gängigen Dresscodes regeln das zwar eindeutig, sind allerdings in ihrer Bedeutung aus semantischer Sicht oft nicht ganz präzise. Daher gibt Ihnen Jobware einen Überblick, womit Sie bei welchem Anlass punkten und nicht Gefahr laufen, als „underdressed” zu gelten.

Business Professional

Frauen wählen einen Hosenanzug oder ein schlichtes Kleid - wahlweise unifarben oder in gedeckten Pastelltönen - mit einer eleganten Bluse. Dazu sind Pumps in Schwarz oder einem dezenten Farbton zu wählen. Sollte statt einer Bundfaltenhose ein Kleid getragen werden, ist dazu eine Feinstrumpfhose zu wählen. Elegant und schlicht ist die Devise; das gilt auch für das Make-up!

Für Herren sind Anzug und Krawatte Pflicht. Am sichersten sind Sie mit einem dunklen Anzug unterwegs. Bei der Hemdfarbe trifft Weiß immer ins Schwarze, aber auch dezente Pastelltöne sind in Ordnung. Auf keinen Fall sollten Sie wilde Muster und Farben kombinieren. Den Business Look rundet eine einfarbige oder gestreifte Krawatte ab.

Dass Schuhe und Gürtel aus einem Farbschema stammen, ist hoffentlich bekannt. Nein? Gilt eigentlich immer. Also bitte keinen braunen Gürtel zum schwarzen Schuh. Socken-Tipp: Schmeißen Sie doch einfach alle weg, die nicht schwarz oder grau sind. Mit Business Professional liegen Sie im Job fast immer richtig.

Business Formal

Hier gilt ähnliches wie oben. Die Damenmode sieht hier ein elegantes, langes Kleid oder einen Hosenanzug in Schwarz vor. Schwarze Pumps und Feinstrumpfhosen gehören zur ersten Wahl. Von Mustern und Pastellfarben ist abzuraten. 

Bei den Herrenhemden sollte es am besten Weiß sein, vielleicht noch helles Gelb oder dezentes Blau. Dann aber bitte mit einer dezenten Krawatte abrunden. Ergänzt wird das Set um eine Weste, natürlich unifarben zum Rest des Anzugs. Denken Sie einfach an Simon Baker als Patrick Jane in der Serie „The Mentalist“, falls Sie glauben, eine Weste könnte nicht stylish sein.  

Schlichte Manschettenknöpfe und sogar ein Einstecktuch komplettieren Ihren exquisiten Look. Schwarze, polierte Schuhe sind Pflicht – die Socken und der Gürtel sind ebenfalls schwarz.

Business Casual

Jetzt wird es schon etwas frecher: Wenn Sie Ihr Geschäftspartner zum Cocktail einlädt oder locker gekleidet den Casual Friday starten möchten, dann sollten Sie ein ungezwungenes Business Outfit wählen, in dem Sie sich wohlfühlen: Business Casual. Damen können hier eine luftige Bluse und einen Midi-Rock wählen. Dezente Muster und sparsamer Farbeinsatz sind kein Problem. Auch bei den Schuhen können Sie statt der Pumps auf Loafer setzen, pardon stehen. 

Bei den Herren können Cord-, Baumwoll und andere Stoffhosen mit feiner Struktur zum Einsatz kommen. Sie sollten nicht schlabbern oder ausgewaschen wirken. Dazu ein Hemd ohne Krawatte, optional ein Pulli oder ein lockeres Jacket, das offen getragen wird. Sportliche Lederschuhe runden den Eindruck ab. Poloshirt und einfarbiges T-Shirt in Verbindung mit einem Sportsakko gehen auch. 

Smart Casual

Business Kleidung kann vieles sein, auch manchmal kaum als solche zu erkennen. Gerade in Start-ups ist bekleidungstechnisch vieles möglich. Damen dürfen beim smart Casual Look ohne schlechtes Gewissen zur Jeans greifen. Der Used-Look ist wieder in. Auch Blusen, Shirts oder Pullover können zu diesem Outfit kombiniert werden. Ob Budapester, schlichte Stiefeletten, Pumps oder schicke Loafer: An den Füßen ist ebenfalls (fast) alles erlaubt.

Ähnlich wie bei Business Casual können Herren ein Hemd tragen. Hier ist vieles erlaubt, selbst der Griff zu Jeans und Sneakers ist nicht tabu. Schon manchen CEO hat man auch mit Jacket und ausgefallenem Motiv-Shirt gesehen.

Tipp: Richten Sie sich im Job oder auf Business Events am besten nach dem Outfit Ihrer Gastgeber, falls der Anlass in ähnlicher Form schon einmal stattgefunden hat. Wenn Sie ins „kalte Wasser springen”, ist es auf jeden Fall ratsam, zu „overdressed” zu tendieren. Denn eine Krawatte können Sie zwar schnell verschwinden lassen. Aber eine zu besorgen, wenn Sie feststellen, dass Sie der einzige ohne sind, könnte schwierig werden.