Feedbackgespräche mit dem Vorgesetzten: Nichts dem Zufall überlassen

Feedbackgespräch?! Was ist das eigentlich genau? Ganz einfach: In einem Feedbackgespräch tauschen sich der Vorgesetzte und der Mitarbeiter regelmäßig ggf. in zuvor festgelegten Zeitintervallen darüber aus, inwieweit das Erreichen vereinbarter Ziele vorangeschritten ist.

Je nach Unternehmen gibt es für feste Mitarbeiter in der Regel Jahres-Feedbackgespräche. Für Praktikanten ein Halbzeitgespräch und ein Feedbackgespräch am letzten Arbeitstag. Generell empfiehlt es sich aber auch, Feedbackgespräche nach einem Projekt durchzuführen. Sollte dein Chef dies versäumen, kannst du ihn selbstverständlich fragen und das Gespräch suchen.

Was ein Feedbackgespräch ist, haben wir geklärt. Aber du fragst dich nun sicherlich, wie du dich auf diese pikiere Situation vorbereitest. Zuerst einmal: Ein Feedbackgespräch ist keine Kontrolle – es gibt dir die Chance dich zu verbessern und aus deinen Fehlern zu lernen. Im Feedbackgespräch besprichst du mit deinem Vorgesetzten, was dir das Praktikum gebracht hat und was du gelernt hast, was man besser machen könnte und welche Erwartung erfüllt bzw. nicht erfüllt worden sind. Aber auch, ob du Defizite bei dir entdeckt hast und weißt, wie du diese beheben kannst.

Im Feedbackgespräch, das in der Mitte deines Praktikums stattfindet, geht es dagegen vorwiegend um Themen wie Zusammenarbeit, mögliche Konflikte, erreichte Zwischenziele oder die Erweiterung deines Aufgabengebiets.

Gut vorbereitet zum Feedbackgespräch, Mit den richtigen Tipps gelingt’s

Aber wie genau verhältst du dich im Feedbackgespräch? Manche empfinden Feedbackgespräche als unangenehm und spielen schon Wochen vorher die Situation mit verschiedenen Fragen durch. Wie gesagt: Keine Angst. Warum das Feedbackgespräch nicht einmal halb so schlimm ist, wie du denkst und wie du dich am besten darauf vorberietest, haben wir für dich zusammengetragen. Hier kommen ein paar Tipps wie das Feedbackgespräch garantiert positiv verläuft:

-          Initiative zeigen: Wenn das Unternehmen Feedbackgespräche nicht vorsieht oder dein Chef kein Gespräch sucht, kannst du ihn um ein Feedback bitten. Es zeigt, dass du dich engagierst und dich verbessern möchtest.

-          Chance sehen: Das Gespräch gibt dir die Chance, deine Leistungen zu präsentieren. Es können Ziele vereinbart werden und Wünsche geäußert werden. Im Gespräch ist Zeit, Tipps und konstruktives Feedback von deinem Chef anzufordern.

-          Sich selbst hinterfragen: Vor dem Feedbackgespräch solltest du dich fragen, was in letzter Zeit gut und was schlecht gelaufen ist. Das bereitet dich auf mögliche Kritik im Gespräch mit deinem Chef vor.

-          Konstruktive Kritik annehmen und hinterfragen: Kritik und Verbesserungsmöglichkeiten sollen die Arbeitsleistung erhöhen. Nimm Kritik deines Vorgesetzten nicht persönlich, sondern nutze sie für deine Zukunft und deine Karriere. Ein konstruktives Feedback hilft dir, mit deinen Kollegen, Mitarbeitern und dem gesamten Unternehmen besser klar zukommen. Falls die besprochenen Mängel deiner Meinung nach nicht zu treffen, kannst du deinem Chef allerdings auch widersprechen. Zu allem „Ja“ und „Amen“ sagen, muss man nicht.

-          Aktiv sein: Höre aufmerksam zu, hinterfrage und gib deine Meinungen und Gefühle wieder. Stummes Dasitzen in Feedbackgesprächen kommt selten gut an. Sich selbst präsentieren – auch darauf kommt es an.

-          Ziele vereinbaren: Zielvereinbarungen und wichtige Themen sollten schriftlich festgehalten werden. So können sie immer wieder hervorgeholt werden und Fortschritte festgestellt werden. Dein Chef sollte sich um die Dokumentation kümmern.

Feedbackgespräche können erheblich dazu beitragen, dass die Zusammenarbeit zwischen Vorgesetzten, Mitarbeiter und Kollegen positiv beeinflusst wird. Sowohl der Vorgesetzte als auch die Mitarbeiter müssen sich mit ihrer Person, mit ihrer Funktion im Unternehmen und mit ihren Aufgaben auseinandersetzen.

Feedback statt Vorwürfe: In Feedbackgesprächen immer fair bleiben

Auch wenn Feedbackgespräche meistens positiv verlaufen, solltest du einige Punkte im Hinterkopf behalten. Denn so gut wie das Verhältnis zwischen dir und deinem Chef auch sein mag, kann die Situation im Gespräch sehr schnell kippen.

-          Das Feedbackgespräch ist kein Beschwerdeinstrument: Lästereien über Kollegen sind fehl am Platz. Es geht schließlich um die eigene Zukunft und nicht um Schuldzuweisungen.

-          In Feedbackgesprächen nicht provozieren und nicht provozieren lassen: Das Feedbackgespräch soll für beide Seiten konstruktiv sein. Greife also niemals deinen Chef an. Unsachlichkeit geht gar nicht! Es ist besser Ich-Botschaften (Ich habe das Gefühl,…) zu formulieren, die die Arbeitsweise des Vorgesetzten nicht  direkt kritisieren.

-          Im Feedbackgespräch sollte das 4-Augen-Prinzip gelten: Nichts ist unangenehmer, als wenn der Beurteilende vor Dritten kritisiert wird. Vertraulichkeit hat im Feedbackgespräch einen hohen Stellenwert.

Beweise Fingerspitzengefühl und nimm Feedback an. Du kannst für jede konstruktive Kritik dankbar sein und sie dafür nutzen, dich in Zukunft weiterzuentwickeln. Nervosität muss wirklich nicht sein! Denn du kannst einiges dazu beitragen, dass das Gespräch optimal verläuft. Deiner Karriere steht somit nicht mehr im Wege.