Das Motivationsschreiben – So überzeugen Sie mit der dritten Seite Ihrer Bewerbung

Wenn über das Anschreiben hinaus noch ein Motivationsschreiben gefordert wird, dann wird es oft knifflig. Bei Bewerbungen für Studienplätze, Stipendien oder Trainee-Programme ist es oftmals sogar ein fester Bestandteil der geforderten Unterlagen. Aber wie geht man als Bewerber damit um?

Was ist überhaupt ein Motivationsschreiben?

Das Motivationsschreiben bietet zusätzlichen Platz für Argumente, die weder im Anschreiben, noch im Lebenslauf Platz finden konnten. Darin können Sie in Form eines einseitigen Fließtextes zum Ausdruck bringen, warum Sie die Stelle haben wollen. Es geht hierbei konkret um Ihre persönliche Motivation für den Job.

Wie verfasse ich ein Motivationsschreiben?

Vergleichbar zum Anschreiben besteht das Motivationsschreiben auch aus einer Einleitung, sowie Haupt- und Schlussteil. Die Struktur kann jedoch deutlich flexibler gestaltet werden. Auf eine sinnvolle Gliederung ist dennoch zu achten.

Den Einstieg in das Motivationsschreiben bildet die Überschrift. Sie soll die Aufmerksamkeit der Personaler wecken und zum Weiterlesen animieren. Hier kann beispielsweise „Was Sie über mich wissen sollten“ oder „Warum ich perfekt zu Ihnen passe“ gewählt werden. Seien Sie kreativ!

Weiter geht es mit der Einleitung. Auch hier gilt: Überzeugen Sie den Leser sich auch dem Rest des Textes zu widmen. Kommen Sie am besten direkt zum Punkt: Warum sagt Ihnen dieser Job besonders zu und warum sind Sie die perfekte Besetzung? Kurz und knackig.

Im Hauptteil haben Sie die Möglichkeit sich zu präsentieren und zu bewerben. Schildern Sie Ihre

  • Kenntnisse,
  • Fähigkeiten,
  • persönlichen Stärken,
  • Erfahrungen,
  • Ziele

Achten Sie darauf, dass alles, was Sie nennen, auch Relevanz für die entsprechende Stelle hat. Erklären Sie, wo Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse erworben haben und wie Sie Ihre Stärken und Erfahrungen bereits einsetzen konnten. In diesem Teil des Motivationsschreibens können Sie außerdem darauf eingehen, warum Sie sich genau bei diesem Unternehmen bewerben. Bleiben Sie ehrlich und authentisch und stellen Sie immer einen Bezug zu Ihrem bisherigen Werdegang und Ihren Ambitionen her.

An folgenden Leitfragen können Sie sich orientieren:

  • Warum wollen Sie die Stelle?
  • Was begeistert Sie an diesem Job?
  • Welchen Mehrwert können Sie dem Unternehmen bieten?
  • Warum passen Sie perfekt auf die Position?
  • Welche Alleinstellungsmerkmale heben Sie von anderen Bewerbern ab?
  • Welche Arbeitsweise zeichnet Sie aus?

Das sind die absoluten No-Gos:

  • Lügen und Übertreibungen. Selbstverständlich wollen Sie sich bestmöglich präsentieren. Aber nicht um jeden Preis. Bleiben Sie ehrlich und fair – das währt bekanntlich am längsten.
  • Auf gar keinen Fall sollten Sie ein Standardschreiben für mehrere Stellen verfassen oder Formulierungen aus dem Internet oder Ratgebern übernehmen. Das merkt der zuständige Mitarbeiter der Personalabteilung sofort. Zeigen Sie, dass Sie sich informiert haben und nehmen Sie Bezug zu der Stellenausschreibung. Das hinterlässt einen positiven Eindruck.
  • Wiederholungen und reine Aufzählungen. Bringen Sie Ihre Motivation auf den Punkt. Es bringt nichts, wenn der Personalverantwortliche nach der dritten Erwähnung Ihrer Belastungsfähigkeit gelangweilt Ihre Bewerbung zur Seite legt.
  • Worthülsen. Sie sind teamfähig, flexibel und kreativ? Klingt super, sagt aber ohne Beispiele gar nichts aus.
  • Sie schreiben diesen Text nicht, um sich zu verteidigen. Sie wollen das Unternehmen davon überzeugen, welchen Mehrwert Sie mitbringen.
  • Widersprüche. Achten Sie darauf, dass Sie sich innerhalb des Motivationsschreibens und auch in Bezug auf das Anschreiben und den Lebenslauf nicht widersprechen.

Im Schlussteil beenden Sie Ihr Motivationsschreiben freundlich und selbstbewusst. Formulieren Sie einen letzten prägnanten Satz, der dem Leser positiv im Gedächtnis bleibt und Ihr Interesse an dem Job noch einmal unterstreicht. Auch hier gilt: kein Konjunktiv. Das schwächt ab.

Die sogenannte dritte Seite – Wann ist sie sinnvoll?

Das Motivationsschreiben wird häufig als dritte Seite der Bewerbung bezeichnet, da sie hinter Anschreiben und Lebenslauf eingeordnet wird. Es ist damit ein Bewerbungszusatz, der nur in bestimmten Fällen sinnvoll ist. Wird ein Motivationsschreiben nicht explizit verlangt, sollte in der Regel auch keins verfasst werden. Wenn Sie sich für eine Führungsposition bewerben, kann es sinnvoll sein eine zusätzliche dritte Seite zu verfassen. Dabei können Sie Ihre bisherigen Erfahrungen und Qualifikationen deutlicher zum Ausdruck bringen, als im Anschreiben. Für eine Aushilfstätigkeit hingegen ist von einem unaufgeforderten Motivationsschreiben abzuraten. In diesem Fall ist es schlichtweg überflüssig. Wenn jedoch unabhängig von der Art der Stelle ausdrücklich ein Motivationsschreiben verlangt wird, darf es nicht fehlen. Dann gelten Ihre Unterlagen als unvollständig und Sie werden im weiteren Bewerbungsprozess nicht berücksichtigt.

Was ist der Unterschied zu einem Anschreiben?

Das Motivationsschreiben ist ähnlich strukturiert wie das Anschreiben, unterscheidet sich jedoch anhand der inhaltlichen Schwerpunkte. Auch wenn die beiden Begriffe oftmals synonym verwendet werden, ist es wichtig zu wissen, wo die Unterschiede liegen. Im Anschreiben gehen Sie vor allem auf Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen ein. Die Motivation findet in der Regel auch Erwähnung, steht aber nicht im Fokus des Textes. Wenn mehrere Bewerber vergleichbare Leistungen und einen ähnlichen Werdegang aufweisen, dann fallen die Persönlichkeit und damit auch die Motivation stärker ins Gewicht. Aus dem Anschreiben gehen Ihre fachlichen Qualifikationen hervor, aus dem Motivationsschreiben Ihre persönlichen Erfahrungen und Zielsetzungen. Hinzu kommt eine ausführlichere Beschreibung der im Anschreiben erwähnten Stationen Ihres Lebenslaufes.