Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus?

Diese Frage ist vielschichtig, von Annahmen geprägt und kann nicht aus der Vergangenheit abgeleitet werden. Somit gibt es auch keine eindeutigen Antworten. Als Konsequenz könnten wir wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrt sitzen bleiben. Alternativ können wir in Szenarien denken.

Szenario 1: Automatisierung ersetzt Arbeitsplätze

Zweifellos ist das der Fall. Bei der Industrie 4.0 handelt es sich um die vernetzte Herstellung von Produkten. Roboter, Computer und Maschinen übernehmen Routine- und Präzisionsarbeiten. Hier sind sie dem Menschen überlegen. Dabei entsteht manchmal der Eindruck, dass es sich nur um gering qualifizierte Tätigkeiten handeln würde. Aber auch Piloten und Juristen können von Autopiloten und Algorithmen ersetzt werden. Wenn ein Entscheidungsprozess klar beschrieben werden kann, ist eine Automatisierung möglich. Hingegen sind Jobs mit hohen Anforderungen an die Kreativität oder an das unternehmerische Denken ebenso wie soziale Berufe wenig gefährdet.

Szenario 2: Automatisierung schafft Arbeitsplätze

„Im Jahr 2020 werden wir 4,5 Millionen Beschäftigte mit analytischen Fähigkeiten brauchen, um den immer höheren Datenbergen einen Sinn zu geben“, prophezeite Inbar Lasser-Raab, Vice President von Cisco während des Internet of Things World Forums in London. Zu dem Zeitpunkt verfügten lediglich 300 000 Mitarbeiter der IT-Branche über die geforderten Kompetenzen.

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die schon 2016 das Automatisierungsrisiko von Arbeitsplätzen in 21 OECD-Ländern untersuchte, stellt fest, dass das Risiko überschätzt wird. Nur 9 Prozent der derzeitigen Arbeitsplätze seien in den nächsten zwei Jahrzehnten technisch automatisierbar. Maschinen ersetzen zwar einzelne Tätigkeiten am Arbeitsplatz, aber weniger die Berufe an sich. Neue Technologien können hingegen nicht nur in Branchen, die diese Technologien entwickeln, neue Arbeitsplätze schaffen, sondern auch in Branchen, die diese nutzen.

Szenario 3: Wegfall von Jobs gleicht die sinkende Zahl von Erwerbstätigen aus

Statistiker sehen den größten Jobmotor in der Tatsache, dass die Generation der Babyboomer in den kommenden Jahren in den Ruhestand wechselt. Die Zahl der Erwerbstätigen geht dadurch von 45 Millionen auf 38,5 Millionen zurück. So werden theoretisch bis 2025 6,5 Millionen Arbeitsplätze frei. Nicht jeder wird von einem Computer ersetzt werden. Aber manche sehen in der Automatisierung einen glücklichen Umstand, ein „just in time“, damit die Wirtschaft noch in der Lage ist, Güter und Dienstleistungen herzustellen und anzubieten, wenn es weniger Erwerbstätige gibt.

Weitere Ausführungen finden Sie in Bewerben 4.0: Dein Traumjob in der digitalen Arbeitswelt von Karriere-Coach und Outplacement-Berater Vincent G. A. Zeylmans van Emmichoven.