Welches Unternehmen passt zu mir? Ein Überblick

Verschiedene Führungsmodelle können einen unterschiedlichen Einfluss auf die Effektivität von Unternehmen haben. Derzeit experimentiert zum Beispiel Daimler signifikant mit Führungsstrukturen, die sich vom alten hierarchischen Verständnis verabschieden. Es reift die Ansicht, dass es wenig Sinn macht, Entscheidungen über eine hierarchische Leiter erst nach oben zur entsprechenden Ebene zu reichen, um sie dann in das zuständige Fachgebiet wieder nach unten zu delegieren. Auch probieren Unternehmen neue Organisationsmodelle aus, damit sie weiterhin im Kampf um Talente Mitarbeiter gewinnen können.

Der Unternehmensberater Frederic Laloux unterscheidet in seinem Buch Reinventing Organizations verschiedene Entwicklungsstufen von Organisationen. Davon für die Wirtschaft relevant sind:

a) Traditionelle Organisationen

Hier handelt es sich um stabile Gebilde, in denen die Machtfrage geklärt ist. Mit Stellenbeschreibungen, Organigrammen und geklärten Kommunikationswegen wird Wachstum möglich. Jeder hat seinen Platz in der Organisation. Jeder ist sich bewusst, dass diese Organisationsform nur dann funktioniert, wenn sich der Einzelne von individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Emotionen distanziert.

b) Moderne leistungsorientierte Organisationen

Hier ist Platz für Individualität. Die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen hat Bedeutung. Das Leistungsprinzip gilt. Wer die besten Ergebnisse erbringt, wird mit Anerkennung belohnt. Das System funktioniert in der Praxis wie eine Maschine. Dennoch hat diese Art der Organisation Nachteile: Es entsteht eine Rivalität mit dem Umfeld.

c) Postmoderne Organisationen

In postmodernen Organisationen ist – nicht überraschend – Raum für Emotionen, Respekt und Fairness. Es wird Harmonie angestrebt. Macht wird misstraut. Da diese nicht aus der Welt zu schaffen ist, wird ein neuer Umgang damit gesucht. Ein Lösungsansatz ist die Delegation der Entscheidungsbefugnis nach „unten“.

d) Gemeinschaften

Es wird so wenig wie möglich hierarchisch angewiesen und kontrolliert. Vorrangig werden Rahmenbedingungen geschaffen für ein autonomes Arbeiten, das lediglich vom Team – das auf Augenhöhe agiert – begutachtet wird.

Babyboomer und die Generation X sind stärker mit den früheren Organisationsmodellen vertraut. Daher werden sie eher in Unternehmen mit leistungsorientierten Strukturen Erfolge erbringen. Dagegen können Vertreter der Generation Y und Z ihre Ziele leichter in selbstbestimmteren Strukturen verfolgen.

Auch hier ist Selbstreflexion ausschlaggebend. Die Generationen Y und Z müssen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich bei traditionell aufgestellten Unternehmen bewerben. Umgekehrt müssen sich Babyboomer, die sich bei Firmen der oben beschriebenen Kategorien c oder d bewerben, auf das Ablegen von Rangabzeichen, flache Hierarchien und neue Werte gefasst machen.

Weitere Ausführungen finden Sie in Bewerben 4.0: Dein Traumjob in der digitalen Arbeitswelt von Karriere-Coach und Outplacement-Berater Vincent G. A. Zeylmans van Emmichoven.