Resilienz: Sorge für dich selbst

Resilienz ist in aller Munde. Nicht nur in der aktuellen, weltweiten Krisensituation der Pandemie ist sie zwingend notwendig, sondern auch zur Vermeidung von Burn-out. 2017 wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ermittelt, dass psychische Erkrankungen wie Burn-out oder eine Depression der zweithäufigste Grund sind, warum Arbeitnehmer von einem Arzt krankgeschrieben werden (Bericht Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz). Mittlerweile ist unstrittig, dass psychische Belastungen mit dem Wandel der Arbeitswelt zunehmen.

Heutzutage muss der Bewerber sich zunächst um sich selbst kümmern. Selbstmanagement ist das erste Gebot. In allen Phasen des Berufslebens müssen die richtigen Entscheidungen getroffen werden, damit wir unsere Tätigkeit entsprechend professionell ausführen können. Dazu gehört auch die Auswahl des passenden Arbeitgebers. Diese kann in unterschiedlichen Lebensphasen verschieden ausfallen. Denn auch Unternehmen durchlaufen verschiedene Stadien, von der Pionierphase bis zur Kooperationsphase.

Was kann uns sonst noch helfen, resilient zu werden?

Soziale Strukturen

Studien, die sich mit dem Thema „Resilienz“ befassen, haben einen Schlüssel in sozialen Strukturen identifiziert. Es ist von großer Bedeutung, stets auch Zeit mit Freunden einzuplanen. Auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen können Kontakte z. B. durch Telefonate aufrechterhalten werden. Freizeit muss meistens organisiert werden. Dies ist nicht schwierig, ergibt sich aber auch nicht von selbst. Ich möchte hier kein Plädoyer für Zeitmanagement abhalten – aber viele von uns wissen um das Problem von „wichtig“ und „dringend“. Das Dringende absorbiert unsere verfügbare Zeit, das Wichtige bleibt auf der Strecke. Es sei denn: Wir planen es!

Berufliche Strukturen

Die gleichen Autoren, die auf die Bedeutung der sozialen Strukturen hinweisen, heben auch die arbeitsbezogenen hervor, wie zum Beispiel Martin Luitjens, Experte für Resilienz, Stressmanagement und Gesundheitsmanagement.

Es gibt Unternehmensstrukturen, die erschöpfen, auslaugen und zum Burn-out führen können – auch wenn die Mitarbeiter alle sehr respektvoll, wertschätzend und anerkennend miteinander umgehen. Führungsspannen, Organigramme und die Art und Weise, wie Führung wahrgenommen wird, sind von fundamentaler Bedeutung für die Möglichkeit, Leistung im Job zu erbringen.

Realistischer Optimismus

Resilienz hat auch viel mit Widerstand gegen negative Gedanken zu tun. Dabei geht es nicht darum, sich der Realität zu verweigern, sondern darum, sich nicht von Pessimismus leiten zu lassen.

Ich arbeite mit Menschen zusammen, die 40 Bewerbungen verschickt haben und noch keinen Erfolg hatten. Sie setzen sich mit mir in Verbindung und meinen: „Es hat keinen Sinn …“

Andere gehen mit realistischem Optimismus an den Bewerbungsprozess heran. Sie stellen sich auf 100 oder auch 200 Bewerbungen ein. Sie wissen: Es ist eine Frage der Zeit und der Ausdauer – es wird funktionieren! Dazu sagen sie sich selbst: Jede Bewerbung ist die erste Bewerbung. Denn erst im Nachhinein wissen sie, ob es bei Bewerbung Nummer 37, 61, 131 oder 192 geklappt hat. Sollte es bei Nummer 192 der Fall sein, hätte es dennoch auch der zweite oder dritte Versuch gewesen sein können, wenn die Arbeitgeber in einer anderen Reihenfolge angeschrieben worden wären.

Weitere Informationen finden Sie in Bewerben 4.0: Dein Traumjob in der digitalen Arbeitswelt von Karriere-Coach und Outplacement-Berater Vincent G. A. Zeylmans van Emmichoven.