Recruitainment – Gelingt der spielerische Einstieg in den Traumjob?

Die Bewerbung ist fertig und per Mail an den neuen potentiellen Arbeitgeber versandt. Was folgt ist nicht die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, sondern ein Link zu einer Plattform, auf der den Bewerber die Aufforderung zu einem kleinen Spiel oder Test erwartet. Recruitainment nennt sich diese Form der Mitarbeitergewinnung.  Der spielerische Weg zum neuen Job verfolgt unterschiedliche Ziele und entwickelt sich zu einer wahrnehmbaren Alternative im Recruiting-Dschungel.  

Immer mehr Unternehmen setzten auf solche Plattformen, die dem Bewerber zunächst ein spielerisches Erlebnis bieten. Von dem eigentlichen Ziel, der Stellensuche, ist erstmal nicht viel zu spüren. Stattdessen klickt man sich durch Rollenspiele und beantwortet Fragen. Das Ganze kommt zwanglos daher und verfolgt scheinbar kein gesondertes Ziel.  Enge Vorgaben fehlen oftmals.

Alles ohne Hintersinn?

Doch natürlich verbirgt sich hinter dem sogenannten Recruitainment ein bestimmtes Ziel. Denn der potentielle  Mitarbeiter hinterlässt mit seinem Spielverhalten Aussagen darüber, ob er überhaupt in die neue Unternehmenskultur hineinpasst. Gewissermaßen absolviert er einen Charakter- verbunden mit Wissenstest.

Zwischen Cultural Fit und Assessment

Vom spielerischen Ansatz beim Recruiting profitieren beide Seiten. Dem Arbeitgeber bietet sich die Chance, Bewerbende einmal auf ganz andere Weise kennenzulernen. Er kann beurteilen, welchen Ehrgeiz sein zukünftiger Mitarbeiter entwickelt, wie hoch seine Frustrationstoleranz ist oder wie er zu bestimmten Unternehmenssichtweisen steht. Am Ende steht ein Ergebnis, welches eine zielgenaue Bewerberauswahl ermöglicht und lange Assessmentverfahren überflüssig macht.

Vorteile für Jobsucher

Doch auch der Bewerber kann für sich besser entscheiden, ob er mit dem Dargebotenen zufrieden ist und ob er sich weiterhin für die Position bewerben will. Ihm erspart es mitunter den späteren Frust, wenn er feststellt, dass sein  vermeintlicher Traumjob nicht viel mit der Wirklichkeit gemein hat. Wenn der Bewerber durch das Spiel gelernt hat, was ihn zukünftig erwartet, kann er viel besser abschätzen, welche Fähigkeiten ihm solche Situationen im Beruf abverlangen – und ob er diese besitzt.