Positionierung auf dem Arbeitsmarkt: Folge deiner Leidenschaft

Die Arbeitswelt verändert sich spürbar. Finanzspezialisten arbeiten 30 Jahre lang für einen Konzern. Dann werden die Stellen nach Polen ausgegliedert und sie stehen mit einer Abfindung vor der Frage, wie es weitergeht. Früher konnte man mit Mitte 50 in den Vorruhestand wechseln und bis dahin überbrücken. Diese Option ist nicht länger gegeben.

Während der Finanzspezialist 30 Jahre lang hingebungsvoll gearbeitet habt, hat sich die Welt um ihn herum fundamental gewandelt. Er sieht sich einem beruflichen Umfeld gegenüber, das andere Kompetenzen fordert, in dem Jüngere Verantwortung für Tätigkeiten übernehmen, die er nicht kennt. Und anscheinend wird Berufs- und Lebenserfahrung nicht mehr honoriert. Was ist passiert?

Abschied vom traditionellen Lebensmodell

Das traditionelle Lebensmodell, das in einem linearen Strang von Ausbildung über Arbeit zu Erholung verläuft, gibt es zunehmend nicht mehr. Im neuen Lebensmodell wird lebenslang gelernt, gearbeitet sowie sich erholt – parallel. Zudem kommt kaum jemand mehr mit einem Beruf durchs Leben. So ist es kurzsichtig, die Berufswahl nach Kriterien der Vergangenheit auszurichten. Schnell einsteigen, viel Geld verdienen, Führungskraft werden und rasch aussteigen ist nicht mehr. Zudem ändern sich auch Stelleninhalte und Berufsbezeichnungen in rasantem Tempo.

Leidenschaft

Da wir nun lebenslang lernen, mehrere Arbeitgeber- und Berufswechsel vornehmen und länger arbeiten werden, kommt einem verbindenden Element eine größere Bedeutung zu: Der Leidenschaft! Unsere eigene erkennen wir im Idealfall frühzeitig. Vielfach wird diese aber erst im Laufe der beruflichen Entwicklung sichtbar.

Leidenschaft setzt sich zusammen aus:

  • Persönlichkeitsstärken
  • Werten/Sinnerfüllung
  • Fähigkeiten

Persönlichkeitsstärken

Eine exzellente Möglichkeit zur Ermittlung der eigenen Stärken ist die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils. Hier kann beispielsweise auf das Buch Emotions of Normal People (1928) von William Moulton Marston zurückgegriffen werden. Marston sagt, dass sich Menschen entweder als stärker oder schwächer als andere empfinden. Gleichzeitig nehmen sie ihre Umgebung als günstig oder ungünstig wahr. Daraus leitet Marston vier Typen ab: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft.

Werte/Sinnerfüllung

Google begnügt sich nicht mit dem Betreiben einer Suchmaschine, sondern strebt an, die Welt zu verändern. Dazu wurden viele Projekte definiert: „Moonshots“. Unabhängig davon, dass viele Mitarbeiter bei Google ein gutes Gehalt verdienen, engagieren sie sich – ihrer Aussage nach – für diesen Konzern, da sie einen Beitrag für eine bessere Welt leisten können.

 

Fähigkeiten

Leidenschaft entsteht da, wo Persönlichkeitsstärken mit Sinnerfüllung und Fähigkeiten zusammentreffen. Seine Leidenschaft zu verfolgen ist umso wichtiger, da wir zunehmend in unserem Leben mit Umbrüchen und Veränderungen konfrontiert werden. Es wird nicht immer möglich sein, die vorherige Tätigkeit weiterzuführen. Aber vielfach werden wir in einer neuen Tätigkeit die alte Leidenschaft fortführen können.

Fazit

Es geht hier nicht darum, unrealistische Traumbilder zu erschaffen. Befindet eine Person sich in ihrer Lebensmitte, ist die Distanz zum einmal erlernten Beruf häufig ziemlich groß. Wer in dieser Lebensphase Umbrüche erfährt, kann meist nicht weitermachen wie zuvor. Die Betroffenen werden in eine unbekannte Welt geworfen, zumindest was die Selbstvermarktung betrifft. Deshalb geht es darum, den roten Faden im eigenen Leben zu erkennen. Die Lebensgeschichte muss durch Selbstreflexion – gegebenenfalls mit Unterstützung externer Begleitung – beschrieben werden, damit sie gegenüber Headhuntern und künftigen Arbeitgebern überzeugend kommuniziert werden kann.

Tipps und weitere Ausführungen zu den Persönlichkeitsstärken finden Sie in Bewerben 4.0: Dein Traumjob in der digitalen Arbeitswelt von Karriere-Coach und Outplacement-Berater Vincent G. A. Zeylmans van Emmichoven.