Müssen im Vorstellungsgespräch alle Fragen ehrlich beantwortet werden?

Vor einem Vorstellungsgespräch graut vielen Bewerbern besonders vor einem: dem Einknicken bei unangenehmen Fragen. Sie müssen jedoch nicht in allem ein offenes Buch sein. Wir verraten Ihnen, in welchen Fragen Ehrlichkeit essenziell ist und welche heiklen Fragen Sie nicht beantworten müssen.

Die meisten Personaler unterziehen ihr Gegenüber bewusst einem Stresstest, um Ihr Wissen, Ihre beruflichen Einstellungen sowie das Verhalten in unangenehmen Situationen zu offenbaren. Bewahren Sie also Ruhe und atmen Sie kurz durch! Reflektieren Sie schwierigere Fragen auf die hintergründige Intention im Hinblick auf das Anstellungsverhältnis.

Seien Sie ehrlich in diesen Punkten!

Geben Sie die Fakten bezüglich Ihrer Kenntnisse, Erfahrungen und bisherigen Tätigkeiten wahrheitsgetreu wieder. Sollte die Frage nach Ihren Stärken und Schwächen aufkommen oder zu Lücken im Lebenslauf, dann geben Sie Ihrem Gesprächspartner ehrliche und authentische Einblicke. Es ist ebenfalls nur von Vorteil, wenn Sie Ihre Motivation für den angestrebten Job kennen und benennen, anstatt auf Standardantworten zurückgreifen zu müssen.

Nicht beantworten müssen Sie Fragen...

  • zu Familienplanung und -stand, zur sexuellen Neigung,
  • nach einer bestehenden Schwangerschaft und Kinderwunsch,
  • nach der Tätigkeit des Partners,
  • zu anderen Familienmitgliedern oder Verwandten,
  • zum derzeitigen Gesundheitszustand, zu vergangenen Erkrankungen oder schweren Erkrankungen in der Familie,
  • zu privaten Ansichten, wie Religion/Konfession, Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit,
  • zu Vorstrafen, Straftaten oder Gefängnisaufenthalten,
  • zu Ihrem Umgang mit Geld, einer möglichen Verschuldung sowie Fragen zum Familienvermögen.

Sagen Sie ruhig, dass Sie eine bestimmte Frage nicht beantworten werden oder umgehen Sie diese, wenn sie zu stark in Ihre Privatsphäre greift. Ausnahmen bestehen dann, wenn die Frage bedeutend für die auszuübende Tätigkeit ist. Antworten Sie in einem solchen Fall nicht wahrheitsgemäß, ist der Arbeitgeber berechtigt Sie aus dem Bewerbungsverfahren herauszuziehen oder einen Arbeitsvertrag rückwirkend anzufechten.

Wie Sie auf unangemessene Fragen reagieren können

Greifen die Fragen zu stark in Ihre Privatsphäre, äußern Sie, dass Sie keinen Bezug zur ausgeschriebenen Tätigkeit sehen. Fragen Sie konkret, was die betreffende Frage mit der Stelle zu tun hat. Auch wenn sich das wie eine Grenzüberschreitung anfühlt, erfolgte diese vom Personaler und nicht von Ihnen. Stellt Ihr Gesprächspartner permanent grenzwertige Fragen, kann dies der Unternehmensphilosophie entsprechen. Fragen Sie sich, ob Sie wirklich für einen derartigen Arbeitgeber tätig sein wollen und beenden Sie ggf. das Gespräch. Das Vorstellungsgespräch sollte nämlich wechselseitig und auf Augenhöhe stattfinden. Sie bieten Ihre Arbeitskraft, Kompetenz, Erfahrung und Zeit an und sollten im Gegenzug Respekt und Professionalität erwarten dürfen.