König Kunde als Stressfaktor

52 Prozent der Beschäftigten mit regelmäßigem Kundenkontakt fühlen sich sehr oft oder oft bei der Arbeit gehetzt und unter Zeitdruck. Die Gründe: verschiedene Anforderungen, die schwer miteinander zu vereinbaren sind, keinen oder kaum Einfluss auf die Arbeitsmenge und die Gestaltung der Arbeitszeit.

 

Das Ergebnis des Index Gute Arbeit 2018 vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist eindeutig. Zeitdruck macht den meisten deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schaffen. Zum Zeitdruck gesellen sich übermäßige Dokumentationspflichten und zu wenig Personal im Betrieb, was wiederum den Faktor Zeit für den Einzelnen negativ beeinflusst. Am Ende diese Kette steht realer Stress, der die Mitarbeiter krank machen kann. Den Schaden spürt am Ende auch das Unternehmen.

Unklare Aufgabenstellungen

Zeitdruck muss nicht unbedingt bedeuten, dass es zu viel Arbeit gibt und die Arbeitstage schlicht zu kurz sind. Oft werden einfach die Anforderungen falsch gestellt oder nicht richtig kommuniziert. Sich zuerst Gedanken darüber zu machen, was überhaupt von mir gefordert ist und was der Kunde wünscht, kostet wertvolle Zeit, die für das eigentliche Gespräch mit den Kunden nicht mehr zur Verfügung steht. Die Folge: Es muss alles schneller gehen, es passieren Fehler, der Kunde ist unzufrieden und am Ende steigt der Druck. Ein Teufelskreis.

Hohe Belastungen im Umgang mit Menschen

Zum Zeitdruck kommen noch weitere Probleme hinzu. Aus der Umfrage unter den Beschäftigten in Deutschland geht hervor, dass die Belastung bei regem Patienten- und Kundenkontakt zunimmt. Viele haben den Eindruck, dass sie die eigenen Gefühle bei der Arbeit verbergen sowie Konflikte oder Streitigkeiten mit den Menschen durchstehen müssen und zusätzlich dabei eine herablassende Behandlung durch andere erleben.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Hier vereinen sich zwei ungute Faktoren. Zeitdruck und geringe Wertschätzung steigern das Frustrationspotential noch einmal enorm.  Umsichtige Unternehmen sollten also gegensteuern. Denn schließlich gehören sowohl zufriedene Mitarbeiter als auch zufriedene Kunden zu den wichtigsten Kennziffern des wirtschaftlichen Erfolgs. Die Arbeit sollte also so verteilt sein, dass dem Mitarbeiter genügend Zeit bleibt, sich um einen Kunden zu kümmern. Und sie sollten dem Mitarbeiter zeigen, dass sie den Einsatz für den Kunden wertschätzen.