Homeoffice fördert Faulheit? Von wegen!

Es ist ein Reizthema in vielen Betrieben: Das Homeoffice sorgt nach wie vor für endlose Debatten. Noch immer müssen sich Mitarbeiter, die von Zuhause aus arbeiten, vorwerfen lassen, dass sie doch im Betreib selbst effektiver arbeiten könnten. Mitunter schwingt der Vorwurf mit: Da vertrödelt jemand wertvolle Zeit!

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung widerlegt nun das Argument, flexible oder sogar frei gestaltbare Arbeitszeiten im Homeoffice sorgten dafür, dass die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter sinkt. Das Gegenteil ist der Fall: Männer und Frauen arbeiten sogar mehr. Im Schnitt sind dies mehr als 2,5 Stunden.

Ein solches Ergebnis ist auf den ersten Blick natürlich eine gute Nachricht für alle Beteiligten. Die Mitarbeiter sind vom latenten Vorwurf der Faulheit befreit und das Unternehmen kann das flexible Arbeitszeitmodell offensiv bei der Suche nach neuem Personal bewerben. Denn als wichtiger „weicher Faktor“ ist das Homeoffice vor allem bei solchen Eltern beliebt, die Kind und Karriere unter einen Hut bringen müssen.

Bedarf es zusätzlicher Regulierung?

Doch hierbei zeigen sich auch ein paar Schattenseiten. So hat die Studie herausgefunden, dass Männer und Frauen das Homeoffice trotz gleicher Grundbedingungen unterschiedlich nutzen. Während Männer vor allem mehr arbeiten, kümmern sich Frauen verstärkt um den Nachwuchs, indem sie etwa erst die Kinder in die KiTa bringen. Und an dieser Stelle tappen Frauen in eine Falle.

In dem die Frauen sich so verhalten, verstetigt sich die klassische Verteilung zwischen Mann und Frau (hier Arbeit, dort Erziehung) weiter. Die Studie schlägt daher vor, gewisse Regeln aufzustellen, damit Männer und Frauen das Homeoffice auf die gleiche Art nutzen, etwa durch Zeiterfassung.

Arbeit wird immer mobiler

Diese Regeln sind auch notwendig, denn der individuelle Wunsch nach mobiler Arbeit wird in Zeiten, wo ein Arbeitnehmer, nur ausgerüstet mit Laptop und WLAN, praktisch überall tätig sein kann, immer ausgeprägter werden. Politische Forderungen auf ein Recht auf Homeoffice sind zwar bisher nicht durchgedrungen, doch zeigen Studien wie die hier genannte, dass am Mythos „unproduktives Homeoffice“ wenig dran ist.