Formaler Abschluss oder Soft Skills – Was zählt mehr?

Die Bewerbungsmappe ist nur dann vollständig und aussagekräftig, wenn alle Abschlüsse mitsamt Zeugnissen aufgelistet sind. Auch Zertifikate dürfen nicht fehlen. Doch stimmt dies so noch? Achten wir vielleicht zu sehr auf Formalitäten?

Unser ganzes Leben ist auf Zielmarken ausgerichtet. Die Grundschule entscheidet über die weiterführende Schule, das Abiturzeugnis über das Studium und der Abschluss des Studiums über den Beruf. Ganze Mitarbeitergenerationen sind auf diesen Durchlauf getrimmt, ist er doch die Garantie für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben.

Ein neuer Trend

Im Recruiting ist man sich nicht mehr sicher, ob diese Stufenentwicklung, die rein auf die formalen Abschlüsse eines Bewerbers ausgerichtet ist, immer noch zielführend ist. In der Branche setzen sich neue Trends durch, die ein anderes Verfahren der Mitarbeitergewinnung vermitteln. Die Abkehr von der starren Formel Zeugnis + Zertifikat = Guter Kandidat ist beschlossene Sache.

Sicher, ein Facharzt sollte auch eine medizinische Ausbildung haben. Doch abseits solcher zentralen Qualifikation müssen Unternehmen umdenken. Zu schnell ist einfach der Wandel der Arbeitswelt, als das noch auf zehn Jahre alte Qualifikationen geschaut werden kann. Selbst Computerkenntnisse aus den frühen 2000ern bringen da schon nicht mehr viel.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Wichtig werden daher Bewerber, die sich auf den Wandel einstellen können. Und darüber gibt in der Regel kein Zeugnis Auskunft. Flexibilität und die Fähigkeit, sich neue Prozesse aneignen zu können, sind gefragt. So kann auch der Philosoph in der Zukunftsbranche KI wichtige Impulse geben, wenn er den Wandel, der sich damit verbindet, versteht und - was besonders wichtig ist – diesen vermitteln kann.

Empathie als Schlüsselqualifikation

Empathie ist daher ein großes Schlagwort, auf das es ankommt. Und das auf beiden Seiten. Es gilt, Menschen in eine neue Arbeitswelt zu integrieren. Da können Zeugnisse und Zertifikate ein wichtiger Baustein sein, aber sie geben niemals das ganze Bild eines Bewerbers wieder.