Erfolgsmodell – quo vadis?

Junge Auszubildende werden händeringend gesucht. Dafür gibt es mindestens zwei Ursachen. Zum einen nimmt die Zahl junger Menschen aufgrund des demografischen Wandels stetig ab. Auf der anderen Seite sind Abitur und Studium als natürliche Konkurrenten der klassischen Ausbildung eine (allzu) verlockende Alternative.

 

Interesse an der Ausbildung nimmt ab

Den Wandel bekommen derzeit recht brutal Betriebe aus der Elektronikbranche zu spüren. Zwar interessieren sich viele Schülerinnen und Schüler für Technik. Das Studium verspricht aber im Anschluss mehr Geld, weshalb der Weg in die Universität und nicht an die Werkbank führt.  Die Folge: Den kleineren Betrieben bricht der Nachwuchs weg, im schlimmsten Fall droht die Schließung.

Und dies ist ein Lagebericht für einen noch als attraktiv geltenden Berufszweig. Noch düsterer sieht die Situation bei Berufen mit schlechten Arbeitszeiten wie Bäckern aus.  Mittlerweile müssen sich viele IHKen als Personalvermittler in Sachen Ausbildung betätigen, da die Betriebe sonst niemanden mehr finden. Auch das Bundesinstitut für Berufsbildung warnt aktuell vor zunehmenden Besetzungsproblemen.  

Neue Bezeichnungen: Was bringt der Berufsbachelor?

Um die Attraktivität der Ausbildung wieder zu erhöhen, arbeitet die Bundesregierung daran, die gesetzlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Eine der Maßnahmen ist die Einführung einer  Mindestausbildungsvergütung, über deren Höhe sich die Beteiligten gerade trefflich streiten. Fest steht wohl nur: Die Mindestausbildungsvergütung wird kommen.

Auf der anderen Seite sieht der Gesetzesentwurf neue Abschlüsse in der Berufsausbildung vor. Konkret gemeint sind der Berufsspezialist, der Berufsbachelor und der Berufsmaster. Wer sich nach seiner Berufsausbildung fortbildet kann diese Abschlüsse erreichen und damit seiner beruflichen Laufbahn mehr Wertigkeit verleihen. So ist zumindest der Plan. Doch schon im Vorfeld gibt es breite Kritik.

Die Universitäten protestieren, sehen Verwechslungsgefahr. Und auch die Berufsverbände halten die Vorschläge für wenig erfolgsversprechend. Aus diesem Grund hängt derzeit das Gesetzesvorhaben in den Institutionen fest. Veränderung wollen alle, aber niemand hat eine passende Lösung. Es muss sich aber etwas bewegen, um ein deutsches Erfolgsmodell, denn dies ist die duale Ausbildung nach wie vor, zukunftsfähig zu halten.