Diversität und neue Führungskulturen: Karrierechancen für Frauen – und Männer

Der Anteil von Frauen in Unternehmen ist je nach Branche unterschiedlich hoch. Was aber überall zutrifft: Je höher es in der Hierarchie geht, desto geringer ist der Frauenanteil. Doch langsam steigt der Frauenanteil und mit ihm vollzieht sich ein Wandel im Umgang miteinander. 

Experten beobachten einen allgemeinen Trend zu einem Wandel von Führungs- und Unternehmenskulturen: weg von hierarchischen Command & Control-Strukturen und starren Prozessen, hin zu flacheren und vernetzten Organisationsformen und flexibleren, agileren Arbeitsformen. Dies kommt vielen Frauen entgegen, doch am Ende profitieren alle. Wer einander besser zuhört und versteht und andere Perspektiven nachvollziehen kann, arbeitet erfolgreicher und vor allem zufriedener.

Probleme sind noch vorhanden

So logisch der Mehrwert von Diversität erscheint, so klar ist aber auch, dass es auf dem Weg zur Vielfalt weiterhin strukturelle Probleme gibt, die gelöst werden müssen. Viele Frauen wünschten sich etwa eine gute Einarbeitung auf allen Karrierestufen sowie Unterstützung beim Aufstieg auf der Karriereleiter. Hier könnten Unternehmen durch spezielle Angebote viel erreichen, etwa in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 

Pluspunkt für die Männer

Und an diesem Punkt kommen auch die Männer wieder ins Boot. Gilt es bislang noch immer als Makel für die eigene Karriere, sich länger als zwei Monate um sein Kind zu kümmern, muss es in Zukunft auch für sie möglich sein, längere Elternzeit zu nutzen ohne dabei sämtliche Karriereambitionen zu begraben. Die bislang dominante  Unterscheidung zwischen Erwerbs- und Familienarbeit stammt nämlich noch aus dem 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung die Arbeitsplätze aus dem unmittelbaren Lebensumfeld hinaus in die  Fabriken verlagerte. Dies ist alles andere als zeitgemäß.

Bedingungen existieren bereits

Home-Office-Arbeitsplätze oder IT-Berufe seien Beispiele für eine neue, deutlich weniger ortsabhängige Form von Arbeit. Die Möglichkeiten sind also bereits vorhanden, nun stehe jeder – ob Mann oder Frau – vor der Aufgabe, eine Balance aus Familienzeit, bezahlter Arbeit und Selbstverwirklichung zu finden.

Unternehmen sind am Zug

Auf der anderen Seite tut jedes Unternehmen gut daran, den eigenen Führungsstil mit diesen veränderten Rahmenbedingungen abzugleichen und an der Weiterentwicklung der eigenen Führungspersönlichkeiten zu arbeiten. Denn nur so wird es in Zeiten des Fachkräftemangels auch motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen finden.