Köpfchen im Job

Die moderne Hirnforschung kennt die Voraussetzungen dafür, dass die grauen Zellen in Schwung kommen. Zwar wirken Impro-Theater, musikalische Spiele oder Achtsamkeitsübungen im Geschäftsleben zunächst seltsam, aber die Wissenschaft belegt: Wer achtsam ist und im Austausch mit anderen Menschen steht, dessen Gehirn ist besonders kreativ und innovationsfreudig.

Manager betrachteten den Begriff des „Wandels“ sehr lange vor allem technokratisch. Veränderungen, ja. Aber bitte nur solche, die nichts mit Menschen zu tun haben. Also werden Effizienzprogramme aufgelegt, um auch noch das letzte Schräubchen zu optimieren. Das bringt zwar am Ende kaum noch zählbare Verbesserung, ist aber bequemer, als sich mit den Menschen auseinanderzusetzen.

Burnout bleibt Thema

Was die Optimierungen betrifft, ist in vielen Fällen also das Ende der Fahnenstange erreicht. Zeitgleich wird deutlich, dass in einem anderen Feld einiges im Argen ist. Burnout ist und bleibt ein großes Thema, Überlastungen können nicht mehr abgefangen werden. Nach und nach setzt sich daher bei den Unternehmen die Erkenntnis durch: Wandeln muss sich der generelle Umgang mit Menschen im Unternehmen.

Begeisterung entfachen

Damit das gelingt, benötigen die Unternehmen Führungskräfte, die in der Lage sind, bei ihren Leuten Begeisterung zu entfachen und aus Teams lebendige Gemeinschaften zu machen. Warum dies so wichtig ist, zeigt die Hirnforschung: Ist ein Mensch leidenschaftlich und mit anderen zusammen bei der Sache, läuft das Gehirn zur Hochform auf. Dann entfaltet sich das gesamte kreative Potenzial der Mitarbeiter. Und das ist für Unternehmen viel wertvoller als das hundertste Effizienzprogramm. Gelingt also der Wandel im Gehirn, gehen Mitarbeiter wieder gerne zur Arbeit. 

Achtsamkeit und Verbundenheit

Aber wie funktioniert Führung mit Hirn? In dem man die Achtsamkeit steigert. Übungen zur „Mindfulness-based Stress Reduction“ – kurz MBSR, auf Deutsch „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“ – geben dem Gehirn Impulse, damit ein Mensch Dinge anders wahrnimmt als gewöhnlich. Sich selbst. Die anderen. Aber auch die anstehenden Aufgaben. Selbst traditionelle Manager begreifen, dass das Thema wichtig ist und geben zu, mit der Methode einen neuen Blick auf die Arbeit und ihre Mitarbeiter gewonnen zu haben. Denn mit den Achtsamkeitsübungen helfen sie, ein inneres Bedürfnis des Menschen zu befriedigen, dem nach Verbundenheit.