Heute schon beim Job gefaulenzt?

Wer kennt es nicht. Der Plausch über die Fußball-Ergebnisse vom Wochenende, der dann doch nicht so kurze Blick auf die eigenen Social-Media-Kanäle oder die bisweilen ausgedehnte Mittagspause. Und schon fehlen mehrere Minuten kostbarer Arbeitszeit, der Feierabend ist wieder näher gerückt. Nicht zwangsläufig muss dies schlecht für die Arbeit sein.

Auch wenn mehr als die Hälfte dabei noch nie „erwischt“ wurde, unter Umständen ist dieses Trödeln kostspielig – das gilt für die gute Laune und den finanziellen Verlust. Der finanzielle Schaden ließe sich sogar errechnen: Im Internet können sich Arbeitnehmer auf speziellen Seiten anzeigen lassen, welchen Anteil vom eigenen Gehalt sie vertrödeln, verquatschen oder verbummeln. Theoretisch kommen hohe Beträge zusammen.

Schaden wir also unserem Arbeitgeber?

Nicht so schnell. So mancher Psychologe behauptet: Kreatives Nichtstun führt zu mehr Produktivität.

Und dies sei gerade in Zeiten des digitalen Wandels nötig. Bereits in der Antike galt ein gutes Maß an Mußezeit als Ideal. Die industrielle Revolution verbannte dann das Bummeln vom Arbeitsplatz. Nur wer lange und möglichst ohne Unterbrechung arbeitete war ein vollkommener Mitarbeiter. Heute, im postindustriellen Zeitalter, suchen die Menschen dagegen wieder verstärkt nach Wegen, Freiräume und Arbeit zu verbinden.

Und sie erhalten Unterstützung: Hirnforscher bestätigen, dass Phasen des Nichtstuns wichtig sind, um die Akkus wieder aufzuladen und geistig zu regenerieren. Die erholten Kollegen schaffen anschließend deutlich mehr. Es gibt also durchaus Gründe warum wir gerne mal den Stift oder den Schraubendreher zur Seite legen.

Warnung vor Fehlentwicklungen

Natürlich gibt es auch Warnungen vor negativen Begleiterscheinungen des Aufschiebens. Denn nicht immer liegen die Ursachen direkt beim Arbeitnehmer. Vielmehr könnte massenhaftes Nichtstun ein Zeichen sein, dass etwas im Unternehmen nicht stimmt. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schalten aus Überforderung oder Langeweile regelrecht ab. Ein guter Betrieb sollte daher Warnsignale im Blick haben und Arbeitsabläufe so gestalten, dass sich den Mitarbeitern Freiräume bieten.