Jobverlust droht: Diese 5 Branchen trifft Corona am härtesten

Die Coronakrise hat nicht nur gesundheitlich schwere Folgen für die Erkrankten. Ein weiteres Symptom, das mit ihr einhergeht, ist die ins Wanken geratene Weltwirtschaft. Und auch deutsche Unternehmen ergreift eine Form der Schwäche, die Arbeitsplätze kosten wird.

So kommt das Münchner Ifo-Institut kürzlich zu dem Ergebnis, dass ein Quasi-Shutdown von nur einem Monat Kosten in Höhe von 152 Milliarden Euro verursachen würde. Fast zeitgleich veröffentlichte die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) eine Studie, die einen Zusammenbruch globalisierter und stark personalisierter Lieferketten nicht ausschließt. Wir verraten, welche Branchen in Deutschland am stärksten betroffen sind und wo auf die Kurzarbeit der Jobverlust folgen könnte.

Reiseindustrie & Gastgewerbe

Aus einer Umfrage von 10.000 Unternehmen durch die Deutsche Industrie- und Handelskammer geht hervor, dass 95,9 Prozent bzw. 79,8 Prozent der Unternehmen in der Reiseindustrie bzw. in dem Gastgewerbe mit Umsatzeinbußen rechnen. So verwaist die deutschen Strände sind, so leer sind auch die Hotels und Abfertigungshallen am Flughafen. Angestellte, wie Servicekräfte oder Hotelfachleute, trifft hier die volle Härte der erlassenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus

Elektronik- und Optikhersteller

Hersteller von elektrischer Ausrüstung und Optiken haben schon frühzeitig unter den Lieferengpässen, zunächst beim Ausbruch des Corona-Erregers in China, gelitten. Nun sinkt auch der Bedarf der Abnehmer, zum Beispiel aus dem Automobilbereich, und überhaupt die Exporte ins EU-Ausland. Techniker, Ingenieure, aber auch Lagerarbeiter trifft die Coronakrise hart. 70 Prozent rechnen mit Umsatzeinbußen.

Finanz- und Versicherungsbranche

Der Leitindex DAX ist im Sinkflug. Auch die ausländischen Märkte hat die Coronapandemie kalt erwischt. Privatleute und Unternehmer ist die Investitionslaune kräftig vergangen. 68,4 Prozent haben Umsatzeinbußen erlitten. Das Nachsehen haben Bankkaufleute und Versicherungsmakler, die nun um ihre Jobs bangen müssen.

Maschinenbau & Autoindustrie

Obwohl beide Branchen auch getrennt betrachtet werden könnten, sind sie doch vereint in ihrem Leiden: Auto- und Maschinenbauer haben bereits Werke aufgrund der Ansteckungsgefahr geschlossen. Überhaupt mangelt es beiden Branchen an Bauteilen von Zulieferern und kauffreudigen Abnehmern.

Chemie- & Pharmaindustrie

Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, die Chemie und Pharmaindustrie, verspürt einen starken Wirtschaftsdämpfer. Pharmazeuten, Laboranten, Chemiker, Techniker, aber auch Spezialisten im Bereich Supply Chain und Warenwirtschaft bekommen die Coronakrise zu spüren.

Großunternehmen, sofern nicht schon vormals wirtschaftlich zerrüttet, haben für schlechte Zeiten meist vorgesorgt. Die Wahrscheinlichkeit des Arbeitsplatzverlustes ist hier deutlich geringer als in den kleinen und mittelständischen Betrieben, deren Finanzreserven meist nur für wenige Wochen bis Monate reicht. So haben laut der Agentur für Arbeit schon bundesweit fast 500.000 Unternehmen, darunter zahlreiche KMUs, Kurzarbeit angemeldet.

In den kommenden Monaten wird der Verlauf der Coronapandemie, vielleicht auch die Entschlussfreudigkeit der Politik, über die Zukunft dieser Branchen entscheiden.