Der richtige Blickwinkel

Überall auf der Welt hat das Coronavirus zu Schließungen, Kontaktsperren oder gar Ausgangssperren geführt und das soziale Leben zurückgedrängt – sowohl beruflich als auch privat. Das Leben findet überwiegend in den eigenen vier Wänden statt. Wer den Kontakt zu Kollegen, Freunden oder Verwandten sucht, der greift auf digitale Hilfsmittel zurück. Doch genau diese geben auch ungewollte Einblicke in das Privatleben anderer.

Videokonferenzen haben durch die Corona-Krise einen regelrechten Boom erlebt. Viele Arbeitnehmer verbringen im Homeoffice teilweise mehrere Stunden am Tag in Videokonferenzen mit Kollegen. Am Abend kommen dann noch Anrufe von Freunden oder Verwandten hinzu. Doch nie zuvor bekam man so viele ungewollte Einblicke in das Privatleben der Kollegen, die in Videokonferenzen ihre komplette Inneneinrichtung offenbaren.

Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen durch Homeoffice und Videokonferenzen immer mehr. Täglich holen wir uns die Kollegen per Video-Call in unser zuhause. Auch mit dem Wohnzimmer vom Chef sind viele schon ganz vertraut. Doch was viele als unangenehm empfinden, kann sich auch positiv zu Nutze gemacht werden. Schließlich liegt es an einem selbst, was andere zu sehen bekommen und welcher Eindruck mit dem passenden Hintergrund vermittelt wird. Auch eine kleine Einzimmerwohnung, kann aus dem richtigen Blickwinkel den Eindruck eines großen Lofts vermitteln.

Der Hintergrund in der Videokonferenz sollte gut gewählt werden. Bei vielen beliebt: das Bücherregal. Für viele vermittelt es einen intellektuellen und kultivierten Eindruck. Doch wer hiermit wirklich einen guten Eindruck hinterlassen möchte, dem sei geraten, die Bücher vorher richtig zu sortieren. Die Kameras vieler neuerer Computer und Laptops, haben schließlich HD-Qualität. Fachbücher, literarische Klassiker und Ratgeber sollten möglichst weit oben, im sichtbaren Bereich platziert sein. Sämtliche Bücher, die nicht gesehen werden sollen, gehören außerhalb des sichtbaren Bereichs.

Elektronische Geräte sollten möglichst nicht im Hintergrund zu sehen sein. Dies gilt insbesondere für den Fernseher. Die Größe des TV-Geräts kann schließlich Rückschlüsse zulassen, welchen Stellenwert das Gerät in Ihrem Leben hat. Stattdessen kann lieber die Sportausrüstung leicht sichtbar im Hintergrund aufgestellt werden. Diese symbolisiert, dass auch während der Isolation Sport getrieben wird. Oder aber, dass die Ausrüstung optimistisch für die Zeit danach bereitsteht.

Wem das alles zu wenig ist, der kann auch einen Schritt weitergehen. Mit größeren Veränderungen kann gleich ein ganz neues Raumklima schaffen. Sie möchten den Raum größer wirken lassen? Dann kann es helfen, die Möbel weiter auseinander zu rücken. Große Blickfänger, wie eine Couch oder ein Regal, sollten möglichst an verschiedenen Wänden stehen, um den Raum optisch zu strecken. Auch verschiedene Wandfarben können den Raum größer erscheinen lassen. Wer doch nicht direkt renovieren möchte, der kann zumindest Poster von Landschaften oder Skylines aufhängen, die einen Blick in weite Ferne zulassen.

Die eigenen vier Wände können ein Stück weit die eigene Persönlichkeit widerspiegeln. Sie sind und bleiben jedoch ein privater Rückzugsort. Am Ende ist es jedem selber überlassen, wie viel er davon in der nächsten Videokonferenz zeigt.