Corona und das mulmige Bauchgefühl in der Probezeit

Entschlossen in den neuen Job. Bald eine Million Corona-Infizierte weltweit zählt die Johns Hopkins University CSSE. Manch Betriebe hierzulande melden Kurzarbeit an. Und ausgerechnet Sie sind auf Jobsuche oder befinden sich in der Probezeit? Jetzt heißt es, Ruhe zu bewahren und starke Entscheidungen zu treffen.

Manchmal ist es an der Zeit, den nächsten Karriereschritt zu wagen. Manchmal zwingen uns äußere Umstände, den Arbeitsplatz zu wechseln. Dass die Jobsuche auch in Zeiten von Corona von Erfolg sein kann, davon sind Tausende Unternehmen in Deutschland überzeugt. So wird nicht nur in systemkritischen Bereichen nach Ärzten, Arzthelfern, Pflegern, Reinigungskräften, Kassierern, Servicemitarbeitern im Kundendienst, Lieferfahrern und Einkaufshilfen gesucht. Auch in weniger systemkritischen Bereichen läuft die Wirtschaftsmaschine weiter.

Erfolgreiche Jobsuche und die Pandemie

Wer den Wettlauf um Toilettenpapier miterlebt hat, der mag glauben, dass vor allem Supermarktangestellte besonders gefragt seien. Aber nach wie vor sind Jobs in IT, Ingenieurwesen Marketing, Sales und Banking diejenigen, die am häufigsten unbesetzt bleiben. Auch Studien- und Ausbildungsplätze finden wie in der Zeit vor der Corona-Krise zuweilen keine Bewerber. Der Ausbruch der Corona-Pandemie weckt bei vielen Menschen Urängste. Da werden Konserven gehamstert und Hygieneartikel für Jahrzehnte im Keller gehortet. In solch einer Situation kommen die wenigsten auf die Idee, ausgerechnet jetzt den Job zu wechseln, obwohl ja noch genügend Unternehmen händeringend nach Mitarbeitern suchen. Machen Sie sich das zunutze und reichen Sie eine aussagekräftige Bewerbung ein. Unternehmen, die in der Krise suchen, sind aufgrund des Bewerbermangels manchmal sogar offener für kurzfristige Videointerviews. Suchen Sie am besten täglich nach neuen Jobs. Oder lassen Sie suchen. Bewerben Sie sich frühzeitig, bevor es andere Kandidaten tun. Das geht heutzutage auch mit dem mobilen Endgerät leichter als man denkt.

Vertragsunterschrift in Zeiten der Krise

Vielleicht sind Sie auch schon einen Schritt weiter und haben ein Vertragsangebot erhalten, aber noch nicht ihrem alten Arbeitgeber gekündigt. Corona allein ist kein Grund, nun einen strategischen Rückzieher zu machen. Unternehmen, die auch in Zeiten der Krise ausschreiben, sind tendenziell an einer langfristigen Beschäftigung interessiert. Sprechen Sie Ihre Bedenken beim Recruiter direkt an. Und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Manche Unternehmen sind weniger betroffen als andere. Es gibt sogar Gewinner: Streamingdienste, Lieferservices, Rechenzentren und allerlei Ecommerce-Plattformen haben mehr Kunden denn je.

Probezeit in unruhigen Gewässern

Im Schnitt wechseln die Deutschen alle zwei bis drei Jahre ihren Job. Möglicherweise sind Sie unversehens in die Corona-Krise geschlittert und befinden sich nun in der Probezeit. Bleiben Sie ruhig. Unternehmer denken langfristig, selbst wenn der Personalbedarf schwinden sollte. Die Personalabteilung hat viel Geld investiert, um den idealen Kandidaten – nämlich Sie – zu werben.

Die kurze Kündigungsfrist von zwei Wochen sollte Sie mental nicht belasten. Wenn Sie doch Bedenken haben, sollten Sie Fragen zum wirtschaftlichen Stand und den Auswirkungen auf die Belegschaft ruhig offen bei Ihrem Vorgesetzten ansprechen. Sollte nun doch der Fall der Fälle eintreten und Kurzarbeit drohen, erfahren Sie auch schnelle und unbürokratische Hilfe durch die Bundesregierung.

Das Corona-Virus ist nicht das Aus für Ihre Karriere. Wägen Sie Risiken ab und treffen Sie Entscheidungen, zu denen Sie stehen können. Dazu bedarf es manchmal einer ordentlichen Portion Mut und Vertrauen auf eine Zeit nach Corona.