Betriebliche Sozialleistungen: Welche Zusatzleistungen gibt es?

Betriebliche Sozialleistungen sind nichts Neues. Schon früher durften Lehrlinge bei ihren Meistern wohnen oder Bauern bekamen ein Haus auf dem Grundbesitz ihrer Herren. Die Fürsorgepflicht und damit Sozialleistungen gibt es also nicht seit gestern. Heute versteht man unter betrieblichen Sozialleistungen die Leistungen des Arbeitsgebers, die zusätzlich zum vereinbarten Lohn gezahlt oder gewährt werden. Begünstigte sind in der Regel die eigenen Mitarbeiter ggfls. aber auch deren Angehörige oder die Unternehmensrentner.

Mit betrieblichen Sozialleistungen motivieren, belohnen, vorsorgen

Neben deiner Vergütung erhältst du vom Unternehmen zusätzlich zahlreiche attraktive Vergünstigungen und Sozialleistungen. Dazu zählen beispielweise vermögenswirksame Leistungen oder ein Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge. Manchmal wird auch langjährige Treue mit einer Jubiläumssonderzahlung belohnt.  Die Sozialpolitik und damit die betrieblichen Sozialleistungen sind bei den Unternehmen allerdings sehr unterschiedlich.

Gesetzliche Sozialleistungen lassen sich in 3 Bereiche unterteilen:

  • Gesetzliche Sozialleistungen
    • Arbeitgeber-Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung
      • Rentenversicherung
      • Arbeitslosenversicherung
      • Krankenversicherung
      • Pflegeversicherung
      • Unfallversicherung
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall    
  • Mutterschutz
  • Bezahlung von Feiertagen
  • Betriebsratskosten
  • Tarifliche Sozialleistungen
  • Freiwillige Sozialleistungen
    • Gruppenunfallversicherung

Da Tarifverträge in den einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich sind, kann keine genaue Abgrenzung zwischen tariflichen und freiwilligen betrieblichen Sozialleistungen erfolgen. Sozialleistungen, die in manchen Unternehmen in Tarifverträgen geregelt sind, werden in anderen Unternehmen vielleicht nur als freiwillige Sozialleistung oder überhaupt nicht gewährt. Bei der Gewährung von betrieblichen Sozialleistungen hat das Unternehmen auf jeden Fall die Mitbestimmungs- bzw. Mitwirkungsrechte des Betriebsrates zu berücksichtigen. Sieht die Sozialpolitik des Unternehmens ein Cafeteria-System vor, können betriebliche Sozialleistungen von den Arbeitnehmern individuell und nach Bedarf ausgewählt werden.

Es gibt viele verschiedene tarifliche und freiwillige Sozialleistungen:

  • geldliche Leistungen: Gratifikationen (http://www.go-jobware.de/wiki/Gratifikation) (Urlaubs-, Weihnachtsgeld), Fahrtkostenzuschüsse, Beihilfen für Geburten, Hochzeiten, Todesfälle, vermögenswirksame Leistungen etc.
  • Sachmittelversorgung: Belegschaftsverpflegung, Arbeitsschutzkleidung, Deputate (http://www.go-jobware.de/wiki/Deputat)
  • Sachmittelverbilligung: Personalrabatte, günstigere Parkplätze
  • Sachmittelnutzung: Private Nutzung des Firmen-PKW, Nutzung von Werkswohnungen
  • Dienstleistung: Arbeitgeberdarlehen, betriebliche Altersversorgung, Vermögensbildung, Betriebskindergarten etc.

Wer als Arbeitgeber attraktiv sein will, bietet betriebliche Sozialleistungen

Zwischen den betrieblichen Sozialleistungen für den Arbeitnehmer und der Sozialpolitik des Unternehmens besteht ein Geben und Nehmen. Die betrieblichen Sozialleistungen tragen zu einem guten Betriebsklima bei und  heben die Arbeitsmoral enorm an. Kein Wunder, dass da die Produktivität des Unternehmens steigt. Wer freut sich schließlich nicht über geldwerte Extras? Gibt der Arbeitgeber einen Rabatt auf die eigenen Produkte ist die Identifikation mit dem Unternehmen und der Marke höher. Die Fluktuation ist geringer und das Unternehmen erscheint auf dem Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer attraktiver.