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16. März 2010 Stellenangebote & Jobs für qualifizierte Fach- und Führungskräfte
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Selbstmanagement

Selbst- oder fremdbestimmt leben


Die modernen Kommunikationsmittel sollten unser Leben erleichtern. Oft erzeugen sie aber zusätzlichen Stress, weil ihre Existenz auch die Erwartungshaltung unseres beruflichen und privaten Umfelds hinsichtlich unserer Reaktionszeit und Erreichbarkeit verändert.
 
Es ist schon verrückt. Plötzlich entwickelt sich manch "Ding", das uns ursprünglich das Leben erleichtern sollte, zu einem zusätzlichen Stressfaktor. So ist es zum Beispiel bei vielen modernen Kommunikationsmitteln wie Fax und E-Mail. Sie werden schnell zu Instrumenten, die zusätzlichen Zeitdruck erzeugen. Warum? Kaum zählen sie zur Standardausstattung unserer Büros, verändert sich auch die Erwartungshaltung unserer Kollegen, Vorgesetzten und Kunden. Was früher zwei Tage Zeit hatte, soll nun in zehn Minuten erledigt sein.
 
Ähnlich ist es mit dem Handy. War früher "der Chef" oder "der Kollege" "auf Termin", so musste der Anrufer sich eben bis zu seiner Rückkehr gedulden. Und heute? Heute werden wir zunehmend mit der Erwartungshaltung konfrontiert, 24 Stunden erreichbar zu sein. Obwohl wir abwesend sind, sollen wir anwesend - das heißt ansprechbar - sein.
 
Oft erzeugen wir den Zeitdruck aber auch selbst. Warum? Vielen Fach- und Führungskräften fällt es schwer "Nein" zu sagen, wenn sich ein Kollege oder Kunde mit einem Anliegen an sie wendet. Schließlich gibt uns die Tatsache, dass wir gebraucht werden auch das Gefühl, wichtig zu sein. Entsprechend schwer fällt es vielen Arbeitnehmern nicht nur "Nein" zu sagen, sondern auch Aufgaben zu delegieren. Die zentrale Ursache ist gewiss, dass wir oft nicht ausreichend den Charakter der an uns herangetragenen Aufgaben (delegierbar/nicht delegierbar - wichtig/dringlich) analysieren. Mindestens ebenso oft scheuen wir uns aber auch "Nein" zu sagen, weil wir als Chef oder als Kollege geliebt werden möchten oder als "kundenorientiert" gelten wollen.
 
Oft erreichen wir hierdurch gerade das Gegenteil, weil wir durch unser Bestreben, "kooperativ" und "kundenorientiert" zu sein, in folgende Falle tappen: Wenn sich zum Beispiel ein Kunde mit einem Anliegen an sie wendet, neigen viele Arbeitnehmer dazu, kurz zu überschlagen, wie viel Zeit sie dafür benötigen. Kommen Sie dann zu dem Ergebnis "In zwei Tagen kann ich es schaffen", sagen sie: "In zwei Tagen haben Sie die Sache auf dem Tisch." Ergeben sich dann unvorhergesehene Schwierigkeiten oder muss etwas anderes, noch dringenderes erledigt werden, werden aus den versprochenen zwei Tagen schnell drei. Die Konsequenz: Sie haben ein schlechtes Gewissen, und der Kunde hält Sie für unzuverlässig.
 
Wenn Sie zum Ergebnis kommen "In zwei Tagen kann ich es schaffen" ist es deshalb viel sinnvoller, zum Kunden zu sagen: "In vier Tagen haben Sie die Sache auf dem Tisch." Liegt ihm dann die gewünschte Unterlage ebenfalls nach drei Tagen vor, haben Sie kein schlechtes Gewissen und der Kunde denkt "Die sind aber zuverlässig".
 
Deshalb mein Tipp: Erzeugen Sie bei Ihren Kunden, Vorgesetzten oder Kollegen keine Erwartungshaltung, die bei Ihnen anschließend Stress erzeugt. Und überlegen Sie sich gut, ob Sie wirklich stets über Ihr Handy erreichbar sein müssen.
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