
Auf der Suche nach einem erfüllten Leben

"Ich drehe mich nur noch wie ein Goldhamster in seinem Laufrad." Dieses Lebensgefühl haben immer mehr Menschen. Sie stellen fest: Ganz gleich, wie sehr ich mich spute, es gelingt mir immer weniger, allen Anforderungen, die an mich gestellt werden, gerecht zu werden. Wenn sie dies spüren, fassen viele den Entschluss: Ich will etwas in meinem Leben ändern. Doch leider haben sie die guten Vorsätze am nächsten Morgen oft wieder vergessen. Warum? Dann klingelt erneut der Wecker. Dann beginnt der Kreislauf aufs Neue. Aufstehen, waschen, anziehen ....
Häufig sind die guten Vorsätze aber auch nicht vergessen. Wir schieben sie wie einen Berg vor uns her: Eigentlich würde ich gerne häufiger mit meinen Kindern spielen, aber leider ..., eigentlich würde ich gerne eine Weiterbildung besuchen, aber leider ... usw.
Solche Denksätze trägt jeder mit sich herum und meist enden sie mit den Worten: "Aber leider habe ich keine Zeit." Das überrascht! Schließlich liegen auf den Schreibtischen der meisten beruflich stark engagierten Menschen dicke Zeitplanbücher. Trotzdem plagt sie ständig das Gefühl: Ich komme zu spät; ich versäume etwas. Der Grund: Bezogen auf ihren Arbeitsbereich fragen sie sich zwar regelmäßig: Was ist mir wichtig? Im Lebensbereich "Arbeit/Leistung" sind sie folglich wahre "Leader". So werden in den USA Führungspersönlichkeiten genannt. Sie vergessen aber oft, dass unser Leben außer dem Bereich "Arbeit/Leistung" auch die Bereiche "Familie/Kontakt", "Sinn/Kultur" und "Körper/Gesundheit" umfasst. Außerdem, dass wir auf Dauer ein er-fülltes statt ge-fülltes Leben nur führen können, wenn es uns gelingt, zwischen diesen vier Bereichen die rechte Balance zu wahren.
Dies fällt vielen Menschen zunehmend schwer. Auch das klassische Zeit- und Selbstmanagement hilft ihnen hierbei nicht weiter. Warum?
- Beim klassischen Zeitmanagement versuchen wir vor allem unsere (Arbeits-)Zeit effektiv zu nutzen.
- Beim Selbstmanagement geht es vor allem darum, uns selbst zu managen.
Völlig außer Acht lassen beide Ansätze aber, dass es beim Versuch, ein er-fülltes Leben zu führen, letztlich um ein Managen von Beziehungen geht. Und zwar auf zwei Ebenen: Zum einen müssen wir die Beziehung zwischen den vier Lebensbereichen so gestalten, dass zwischen ihnen die rechte Balance besteht. Zum anderen müssen wir die Beziehungen zu den Personen, die (für) uns wichtig sind, managen. Denn was nützt es Ihnen, wenn Sie sich vornehmen "Ich gehe jeden Abend joggen", aber Ihr Lebenspartner sagt: "Wenn du abends schon so spät nach Hause kommst, könntest du dir wenigstens dann Zeit für die Kinder und für mich nehmen"?
Das heißt: Unsere wahren Probleme ergeben sich meist aus dem Beziehungsgeflecht, in das wir eingebettet sind. Sie erwachsen daraus, dass unsere Wünsche und Bedürfnisse nicht mit denen unserer wichtigen Bezugspersonen harmonieren. Hier hilft uns das klassische Zeit- und Selbstmanagement nicht weiter. Beide tun so, als seien wir alleine auf der Welt. Dabei sind wir in ein Netzwerk von Beziehungen eingewoben.
Dessen müssen wir uns stärker bewusst werden. Nur wenn wir ein neues Selbstverständnis entwickeln, das unser Abhängigsein von anderen uns wichtigen Personen akzeptiert, können wir uns zu Life-Leadern entwickeln, die ihr Leben so gestalten, dass die vier Lebensbereiche sich in der rechten Balance befinden.
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