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Mit dem Biorhythmus arbeiten

Egal, ob Mann oder Frau, ob Jugendlicher oder Greis - jeder Mensch ist im Verlauf des Tages unterschiedlich leistungsfähig. Dabei ist die Stärke der Schwankungen zwar von Person zu Person verschieden, entkommen kann ihnen aber niemand. Viele wollen das nicht wahrhaben. Studien belegen, dass nur wenige Büroarbeiter ihrer "persönlichen Leistungskurve", auch Biorhythmus genannt, Beachtung schenken. Nur 21 Prozent aller Führungskräfte berücksichtigen sie zum Beispiel bei ihrer Tagesplanung.
Im Gegenteil: Oft schieben sie gerade die wichtigen Aufgaben, die eine hohe geistige Konzentration und Flexibilität erfordern, ans Ende ihres Arbeitstages. Dabei wäre es sinnvoller, diese anspruchsvollen Aufgaben am frühen Vormittag zu erledigen, denn dann haben die meisten Menschen ihr absolutes Leistungshoch.
Zwar sind die meisten von uns am frühen Nachmittag nochmals voller Schaffenskraft, doch denselben Elan wie in den Morgenstunden entfalten wir dann nicht mehr. Deshalb sollten Sie die "Stern-Stunden" am Morgen für die wirklich wichtigen Dinge nutzen. Briefe schreiben oder diktieren, Telefonate führen und (Spesen-)Abrechnungen erstellen - solche "Routinetätigkeiten" können Sie auch während des berühmten Mittagstiefs erledigen.
Zwecklos ist es, gegen das Leistungstief um die Mittagszeit anzukämpfen. Auch durch übermäßigen Kaffeekonsum lässt es sich nicht vermeiden, denn Kaffee putscht Sie nur kurzfristig auf. Danach sind Sie noch schlapper.
Sie können aber vermeiden, dass Sie nach der Mittagspause in ein allzu tiefes Loch fallen. Zum Beispiel, indem Sie in der Kantine statt eines Schweinebratens mit Klößen einen Salat und ein Nudelgericht verspeisen. Dieses Essen liegt nicht wie ein Stein in Ihrem Magen und Nudeln enthalten zudem viele Kohlenhydrate. Sie sind, vereinfacht formuliert, unser Denkbenzin.
Generell gilt: Es ist sinnvoller, fünf kleine als drei große Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Verzichten Sie also nach dem Mittagessen auf den Nachtisch. Essen Sie stattdessen am frühen Nachmittag zum Beispiel einen Apfel oder einen Joghurt. Dann bleiben Ihre Leistungskraft und Ihre Konzentrationsfähigkeit relativ konstant.
Gegen das Mittagstief hilft auch ein 10- bis 15-minütiger Spaziergang. Er ist erfrischender, als wenn Sie nach dem Essen mit Kollegen in der verrauchten Cafeteria einen Kaffee schlürfen. Noch erholsamer wäre ein 10-minütiger Schlaf. Doch leider ist er in den meisten Unternehmen verpönt.
Ohnehin gilt: Viele Fach- und Führungskräfte halten Pausen für Zeitverschwendung. Also entfernen sie sich nie von ihrem Schreibtisch. Selbst ihr Mittagessen schlingen sie über die Computertastatur gebeugt hinunter. Doch zu langes Arbeiten am Stück macht sich nicht bezahlt, da Konzentration und Leistungsfähigkeit sukzessive sinken. Leicht schleichen sich dann Fehler ein, die Mehrarbeit erfordern. Hinzu kommt: Gerade schwierige Aufgaben lassen sich oft leichter lösen, wenn man sie zwischenzeitlich loslässt. Nach einer kurzen Pause fällt die Lösung oft scheinbar vom Himmel.
Streben Sie deshalb danach, circa jede Stunde eine 10-minütige Pause einzuschieben, um sich gerade als Büroarbeiter etwas Bewegung und Sauerstoff zu verschaffen. Anschließend können Sie sich wieder voller Schwung Ihrer Arbeit widmen. Doch wie so oft gilt auch hier: Nichts sollte zum Dogma werden. Nonsens wäre es selbstverständlich, wenn Sie eine Arbeit, die gerade flutscht und ohnehin in 10, 15 Minuten beendet wäre, abbrechen würden, weil wieder eine Pause ansteht. So ist auch kein effektives Arbeiten möglich.
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