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Durch die Lebensvision zu den Zielen

Beruflicher Erfolg allein garantiert kein glückliches und erfülltes Leben. Hierfür ist mehr nötig. Das vergisst manche Fach- und Führungskraft. Deshalb steckt sie sich zwar berufliche Ziele, aber keine Lebensziele.
Sollen Ihre Taschen stets voller Geld sein? Wollen Sie die Karriereleiter möglichst weit nach oben klimmen? Vermutlich antworten Sie, wie 99 Prozent aller anderen Menschen, auf diese Fragen mit "ja". Doch garantieren Geld und beruflicher Erfolg ein glückliches und erfülltes Leben? Nein! Sie sind hierfür wichtig. Doch sie alleine garantieren ein solches Leben nicht. Hierfür muss es auch in den anderen Lebensbereichen "stimmen". Dies setzt eine gesunde Balance zwischen den vier Lebensbereichen "Beruf/Leistung", "Familie/Soziales", "Gesundheit" und "Sinn" voraus. Das ist leicht gesagt. Doch wie gelangt man zu einer solchen Balance?
Eine Voraussetzung hierfür ist, dass Sie eine Lebensvision haben. Nur wenn Sie wissen, was Ihnen in Ihrem Leben wirklich wichtig ist, können Sie Ziele für Ihr Leben formulieren und versuchen, diese zu erreichen. Vermutlich sagen Sie beim Lesen dieser Zeilen erneut: Leicht gesagt. Doch wie gelange ich zu einer Vision von meinem Leben?
Um diese zu entwickeln, müssen Sie sich zunächst Zeit nehmen und sich in aller Ruhe fragen:
- Was will ich?
- Was ist mir wirklich wichtig?
- Welches Gefühl will ich haben, wenn ich in 10, 20 oder gar 50 Jahren auf mein Leben zurückblicke?
Und dies nicht nur bezogen auf meine Arbeit, sondern auch auf die drei anderen Lebensbereiche. Doch Vorsicht: Eine Lebensvision lässt sich nicht in fünf Minuten entwickeln. Das erfordert Zeit. Zudem ein Tipp: Legen Sie sich ein Stück Papier und einen Bleistift oder Kugelschreiber parat, um sich Ihre Antworten auf obige Fragen zu notieren, denn was Sie nur denken, haben Sie schnell wieder vergessen.
Vielen Menschen fällt es jedoch schwer, sich einfach so hinzusetzen und ihre Lebensvision und ihre Lebensziele in Form eines Leitbildes zu fixieren. Ihnen schlage ich vor: Stellen Sie sich vor, Sie feiern Ihren 70sten Geburtstag. Überlegen Sie, wie verläuft die Feier. Sind Sie ein(e) alte(r), tatterige(r) Greis(in) oder ein(e) rüstige(r) Rentner(in), der/die das Leben in vollen Zügen genießt? Feiern Sie alleine mit einem/r Pfleger(in), einem Vertreter Ihres ehemaligen Arbeitgebers, ...? Oder werden Sie von Freunden, Ihrem Lebenspartner und Ihren Kindern und Enkelkindern umringt? Überlegen Sie sich dann, wer eine Rede auf Sie hält und welche Punkte Ihres Lebens angesprochen werden:
- Welche positiven Eigenschaften und Erfahrungen mit Ihnen heben die Redner hervor?
- Welche Verdienste, Erfolge und Lebensstationen würdigen sie?
- Was sollte tunlichst verschwiegen werden?
Schreiben Sie dies alles möglichst genau nieder. Dann wird Ihnen schnell deutlich, was Ihnen wirklich wichtig ist. Dann fällt es Ihnen auch leicht, Ihre Lebensziele zu formulieren.
Manch jungem Erwachsenen von 25 oder 30 Jahren mag der 70ste Geburtstag noch weit weg erscheinen. Ist er auch. Dann machen Sie dieselbe Übung. Nur stellen Sie sich vor, dass Sie Ihren 40sten Geburtstag feiern. Auch dann wird Ihnen klar, auf welche zentralen Eckpfeiler sich Ihr Lebensentwurf stützen sollte.
Leider wird vielen Menschen erst im Rückblick deutlich, in welche Richtung ihr Leben hätte laufen sollen. Doch dann ist es zu spät. Denn Ihre Vergangenheit können Sie nicht mehr gestalten, sondern nur noch verarbeiten, Ihre Zukunft aber schon. Deshalb denken Sie daran: Heute ist der erste Tag vom Rest Ihres Lebens.
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