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Bewerbung & Berufseinstieg |
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Kreative Jobsuche
Karl-Heinz List
Kreative Jobsuche
11,50 €
ISBN 3-8029-4580-8
Walhalla Verlag
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Der erste Eindruck entscheidet nicht immer!
"Nur oberflächliche Leute urteilen nicht nach dem Aussehen. Das Geheimnis der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare." (Oscar Wilde).
Der erste Eindruck beim Vorstellungsgespräch prägt sich ein und setzt sich im Kopf fest wie der erste Arbeitstag in einer neuen Firma.
- Wie bewegt sich der Bewerber (Körperausdruck)?
- Wie schaut er einen an, hat er einen offenen Blick, lächelt er bei der Begrüßung?
- Wie ist sein Händedruck?
- Wie ist seine äußere Erscheinung (gepflegt, schlampig, nachlässig)?
- Hat er Ausstrahlung?
Als professioneller Interviewer kann ich dieser Theorie vom ersten Eindruck nicht zustimmen, obwohl ich freimütig eingestehe, dass Sympathie und Antipathie eine große Rolle spielen bei der Entscheidung, wer eingestellt wird.
Wer berufsmäßig Interviews führt, entwickelt eine gewisse Distanz und misstraut dem ersten Eindruck. Ein Profi zwingt sich, sein Urteil erst dann abzugeben, wenn er der Meinung ist, genügend Informationen für seine Bewertung zu haben. Wenn die Informationen nicht ausreichen sollten oder sonst noch Zweifel bestehen, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Bewerber zu einem zweiten Gespräch einzuladen.
Ich habe es des Öfteren bei Bewerbungsgesprächen erlebt, dass Bewerber recht bescheiden auftreten, aber im Laufe des Gesprächs durch gezielte Fragen aus der Reserve herauskommen, herausgelockt werden und sich zu einem beträchtlichen Kaliber entwickelten. Hätte nur der erste Eindruck die Entscheidung bestimmt, wäre sie zu Ungunsten des Bewerbers ausgefallen und wohl auch nicht zum größten Nutzen der Firma.
Vor dem Vorstellungsgespräch
Optimale Vorbereitung auf das Interview
Die Methode der "Visualisierung" wird beim Coaching von Spitzensportlern eingesetzt. Bei dieser Methode wird ein innerer Film produziert, eine Bilderfolge fürs Kopfkino hergestellt. Dazu eignet sich am besten ein Bewerber-Interview, das gut gelaufen ist.
- Der erste Schritt ist: Der Bewerber sieht die Szenen, die Situation in allen Einzelheiten vor sich, genau so, als erlebte er das Gespräch in diesem Augenblick noch einmal.
- Der zweite Schritt ist: Wie kann ich mich auf das nächste Vorstellungsgespräch einstimmen?
Stellen Sie sich vor, dass Sie im Vollbesitz Ihrer Kräfte sind, voller Energie, selbstsicher und selbstbewusst. Denken Sie an Ihre Gesprächspartner. Was wollen Sie vermitteln? Welche positiven Gefühle wollen Sie auslösen?
- Ich bin kompetent.
- Ich mache meine Arbeit gerne.
- Ich habe Verkaufstalent.
- Ich bin ein fähiger Vorgesetzter, komme gut mit meinen Mitarbeitern zurecht, kann sie begeistern.
- Ich habe gute Ideen, die ich auch umsetzen kann.
- Ich habe Organisationstalent.
- Ich arbeite kundenorientiert.
- Ich arbeite ergebnisorientiert und erreiche meine Ziele.
- Ich habe eine optimistische Grundstimmung.
- Ich habe die Energie, Dinge voranzubringen.
- Ich bin zuverlässig.
- Der dritte Schritt ist: Stellen Sie sich konkrete Einzelheiten vor: Begrüßung, Händedruck, Gesichtsausdruck (Lächeln), Small Talk, Fragen (Was haben Sie für Schwächen?), Gesprächssituationen. Was hören Sie? Was sehen Sie? Was fühlen Sie? Notieren Sie das, oder noch besser: Sprechen Sie auf Band, was Sie hören und fühlen.
Gesprächskonzept entwickeln
Ein Bewerber sollte ein Gesprächskonzept entwerfen, bevor er zum Vorstellungsgespräch geht. Dieses Konzept orientiert sich an den Anforderungen, die der Bewerber aus der Stellenanzeige kennt. Hinzu kommt die positive Selbstdarstellung:
- Wie möchte ich im Interview auftreten?
- Welches Bild möchte ich vermitteln?

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