Tue Feb 22 00:00:00 CET 2005, Paderborn

Schwache Kaufkraft bremst Konjunktur

Paderborn, 22. Februar 2005

Für die Deutschen steht fest, dass es mit der Wirtschaft nicht aufwärts gehen kann, wenn die Leute zu wenig Geld in der Tasche haben und deshalb zu wenig kaufen (92 Prozent der Bevölkerung). Dies ist das Ergebnis einer EMNID-Repräsentativumfrage unter 1.000 Bundesbürgern im Auftrag des Karriere-Portals Jobware (www.jobware.de).
 
Auch auf Gewerkschaftsseite wird diese Meinung vertreten. Der DGB betont auf seiner Website: "Deutschland befindet sich vor allem deshalb in der Krise, weil die Deutschen zu wenig ausgeben." Kaufkraft ist eine Voraussetzung für privaten Verbrauch an Waren und Dienstleistungen. Schwacher Konsum spiegelt das Niveau der Wirtschaftskraft wider. Konsumenten und deren Kaufkraft sind u. a. mitverantwortlich für das Angebot an Arbeitsplätzen in der Wirtschaft.
 
Aus Furcht vor Entlassungen und (persönlichen) ökonomischen Krisen sparen die Verbraucher so viel wie schon lange nicht mehr: "Angstsparen" ist eine verständliche Konsequenz in Zeiten anhaltender Arbeitslosigkeit und sich abzeichnender Verarmungsprozesse. Schließlich hat sich herumgesprochen, dass die staatliche Alterssicherung immer geringer ausfallen wird und damit private Vorsorge unentbehrlich ist.
 
Verbraucher und Arbeitnehmervertreter sind also einer Meinung, wenn es um die Kaufkraft und Konjunktur geht. Die Bedeutung der Gewerkschaften und deren Einflussmöglichkeit auf die Wirtschaft wird jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung eher kritisch gesehen: Immerhin gut jeder zweite Deutsche (53 Prozent) sieht die Gewerkschaften selbst als Aufschwunghindernis und meint, sie sollten weniger Macht haben, damit es in Deutschland wieder aufwärts geht.