Mon Jun 27 00:00:00 CEST 2005, Paderborn

Mangelhafte Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Paderborn, 27. Juni 2005

Die für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zuständigen politischen Institutionen haben das Vertrauen der Bevölkerung weitgehend verloren. Ob Bundesregierung, Bundesrat oder Bundesagentur für Arbeit: aus Sicht der Deutschen sind sie ihrer jeweiligen Verantwortung ausnahmslos nicht gerecht geworden - so das Ergebnis einer vom Karriere-Portal Jobware in Auftrag gegebenen EMNID-Umfrage bei 1.001 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern.
 
Die für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zuständigen politischen Institutionen haben nicht das geleistet, was die Bevölkerung sich von ihnen gewünscht hätte. Danach gefragt, ob Bundesregierung, Bundesrat und Bundesagentur für Arbeit ihrer diesbezüglichen Verantwortung in den letzten 12 Monaten gerecht geworden seien, hagelt es schlechte Zensuren. Bei der in Form von Schulnoten vorgenommenen Bewertung erreicht der Bundesrat mit einer Durchschnittsnote von 4,0 noch das beste Ergebnis. Sowohl die Bundesagentur für Arbeit als auch die Bundesregierung bewegen sich mit einer Durchschnittsnote von jeweils 4,4 hingegen dort, wo – jedenfalls in der Schule – die Nichtversetzung ins nächste Schuljahr droht.
 

 
Nur gut ein Viertel der Bevölkerung (28 Prozent) findet den Beitrag der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gut bzw. befriedigend. 26 Prozent entscheiden sich für Note 4, während 46 Prozent der Deutschen die diesbezügliche Leistung der Bundesregierung mit den Noten 5 bzw. 6 bewerten. Noch deutlicher fällt das Urteil im Übrigen aus, wenn man nur die Berufstätigen betrachtet, die Arbeitslosigkeit naturgemäß mehr zu fürchten haben als andere Bevölkerungsgruppen (Schüler, Rentner, Hausfrauen). Mehr als die Hälfte der berufstätigen Deutschen spricht der Regierung Schröder durch Vergabe der Noten 5 bzw. 6 das Misstrauen aus, der demoskopische Ausdruck für das, was am Freitag dieser Woche im Bundestag – wenn der Kanzler die Vertrauensfrage stellt – politisch zur Debatte steht.