Mon Mar 21 00:00:00 CET 2005, Paderborn

Lohnverzicht kontra Spitzengehälter

Paderborn, 21. März 2005

Ob Mehrarbeit bei gleichem Gehalt oder Lohnverzicht, ein großer Teil der Bevölkerung ist davon überzeugt, dass der Gürtel enger geschnallt werden muss, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Aber: die Verzicht predigenden Top-Manager sind in den Augen der Deutschen selbst ihr Geld nicht wert - so das Ergebnis einer EMNID-Repräsentativumfrage im Auftrag des Karriere-Portals Jobware (www.jobware.de).
 
Weniger Urlaub, Streichung von Feiertagen, unbezahlte Mehrarbeit und Lohnverzicht: die Liste der namentlich von Arbeitgeberseite für erforderlich gehaltenen Maßnahmen ist lang und kaum ein Verbandsvertreter oder Top-Manager, der sich mit Blick auf den internationalen Wettbewerb nicht schon dahingehend geäußert hätte. Auch die Bevölkerung ist davon überzeugt, dass Opfer unumgänglich sind. Eine Mehrheit (56 Prozent) geht davon aus, "dass in Zukunft bei gleichem Gehalt mehr gearbeitet werden muss, damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt."
 
Sogar regelrechter Lohnverzicht ist inzwischen kein Tabu mehr. So meinen immerhin 45 Prozent der Deutschen, "dass ein vorübergehender Verzicht auf Teile des Lohns ein sinnvoller Beitrag der Arbeitnehmer sein könnte, um Unternehmen in schwierigen Zeiten zu entlasten." Dass dabei am Ende mit zweierlei Maß gemessen wird, ist der Bevölkerung aber schon heute ein Dorn im Auge. Eine überwältigende Mehrheit von 88 Prozent hält die Gehälter der Spitzenmanager, "gemessen an der Leistung, die sie erbringen, in den meisten Fällen für viel zu hoch." Negativer könnte die Beurteilung kaum ausfallen und egal, ob Ost oder West, ob Männer oder Frauen, ob Abitur oder Hauptschulabschluss: alle sind sich darin einig, dass die Top-Manager nicht verdienen, was sie verdienen.