Wed Jul 20 00:00:00 CEST 2005, Paderborn

Hauch von Hoffnung?

Paderborn, 20. Juli 2005

Trotz sich abzeichnender Neuwahlen glaubt die Mehrheit der Bundesbürger, dass die Lage auf dem Ar­beitmarkt sich in den nächsten zwölf Monaten entweder nicht verändern (50 Prozent) oder sich sogar verschlechtern wird (weitere 39 Prozent). Dies ist das Ergebnis einer vom Karriere-Portal Jobware (www.jobware.de) bei EMNID in Auftrag gegebenen Untersuchung. In zwei Repräsentativumfragen - einmal vor der Vertrauensfrage des Bundeskanzlers und einmal danach - wurde die Stimmungslage der deutschen Bevölkerung ermittelt.
 
Dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern wird, glaubt in beiden Erhebungswellen nur jeder zehnte Bundesbürger – ein Ergebnis, in der sich die weit verbreitete Verunsicherung der Deutschen ausdrückt. Obwohl das Ergebnis insgesamt wenig ermutigend ist, deutet sich eine marginale Verbesserung der Stimmung, ein Hauch von Hoffnung, an: Vor der Vertrauensfrage des Kanzlers gingen noch 44 Prozent der Deutschen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit weiter zunehmen wird, einen Monat später, nach der Vertrauensfrage, ist der Anteil der Pessimisten auf 39 Prozent leicht gesunken.
 
Allerdings blicken insbesondere die Berufstätigen, die sich am ehesten mit der Bedrohung durch Arbeitslosigkeit konfrontiert sehen, weiterhin sehr skeptisch in die Zukunft. Jeder Zweite (aktuell 48 Prozent, im Juni 50 Prozent) erwartet eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. Zum Vergleich: Nur 29 Prozent der Nicht-Berufstätigen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Arbeitslosen erhöhen wird.
 
Auf die Frage, welche Partei in Deutschland die besten Rezepte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat, kann bzw. will gut jeder zweite Bundesbürger (55 Prozent) keine Angabe machen. Wird allerdings eine Wahl getroffen, so lokalisiert die Bevölkerung die Kompetenz eher dort, wo man durch einen Wechsel die größte politische bzw. wirtschaftliche Gestaltungsmacht vermutet. So sieht jeder vierte Deutsche die größte Kompe­tenz bei der CDU (25 Prozent), weitere 6 Prozent bei der CSU. Hinzu kommen noch 4 Prozent für die FDP, so dass eine schwarz-gelbe Regierung mit 35 Prozent drei Mal soviel Vertrauenspotenzial auf sich vereinen kann wie die rot-grüne Bundesregierung (12 Prozent).