Mon Apr 15 00:00:00 CEST 2002, Paderborn

Rundum-Betreuung für Kids gewünscht

Paderborn, 15. April 2002

Mehr als die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland (53 Prozent) befürworten eine ganztägige Kinderbetreuung in Tagesstätten und -schulen. Dabei plädieren viele für eine aktivere Rolle der Wirtschaft: 57 Prozent der Beschäftigten würden gern eine firmeneigene Kindereinrichtung nutzen. Für mehr als ein Viertel (28 Prozent) wäre ein Betriebskindergarten sogar ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers. Dies ergab eine vom Karriere-Portal Jobware (www.jobware.de) in Auftrag gegebene Umfrage.
 
Allen Emanzipationsbemühungen zum Trotz beschäftigt das Thema Kinderbetreuung in erster Linie Frauen: 58 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen wünschen sich eine ganztägige Kinderbetreuung. Unter ihren männlichen Kollegen teilt knapp jeder Zweite (49 Prozent) diesen Wunsch.
 
Noch deutlicher scheiden sich die Geschlechter bei der Frage, ob die Existenz eines Betriebskindergartens die Entscheidung für einen bestimmten Arbeitgeber beeinflusst. Nur jeder fünfte Mann (21 Prozent) lässt sich bei der Wahl des Arbeitgebers von diesem Kriterium leiten. Für mehr als ein Drittel der Frauen (36 Prozent) gibt diese Sozialleistung laut Umfrage dagegen den Ausschlag.
 
Die Umfrage spiegelt auch die unterschiedlichen Erfahrungen der Berufstätigen in den alten und neuen Bundesländern wider. Aus DDR-Zeiten an ganztätige Kinderbetreuung im Betrieb gewohnt, würden 66 Prozent der Befragten aus den neuen Ländern gern einen solchen Service nutzen. Im Westen sind es immerhin noch 55 Prozent.
 
Allerdings kühlt die Zustimmung der Beschäftigten bei der Kostenfrage merklich ab: So lehnt ein Drittel zusätzliche Gebühren für Betriebskindergärten eher ab, 18 Prozent wären sogar strikt dagegen. Lediglich 13 Prozent wären bereit, für eine firmeninterne Betreuung mehr Kosten zu tragen als für vergleichbare Einrichtungen von Kirchen oder Kommunen.
 
Das Meinungsforschungsinstitut EMNID führte im Auftrag der Jobware Online-Service GmbH die Umfrage unter mehr als 1.100 Beschäftigten durch.