Mon Sep 16 00:00:00 CEST 2002, Paderborn

Konzentration auf Jüngere schönt nur die Arbeitslosenstatistik

Paderborn, 16. September 2002

Immer noch sind mehr als vier Millionen Menschen arbeitslos. Abhilfe sollen die Vorschläge der Hartz-Kommission schaffen. Laut einer aktuellen Jobware-Umfrage erwartet nur jeder Zehnte eine deutlich effektivere Leistung des Arbeitsamtes. Dagegen denken 60 Prozent der Befragten, dass sich nur wenig oder gar nichts ändern wird.
 
Besonders gravierend ist das Meinungsbild zur Frage, ob die Möglichkeit, sich ab dem 55. Lebensalter nicht mehr vermitteln zu lassen, die Arbeitslosenzahl senken wird. 71 Prozent sind der Auffassung, dass damit nur die Statistik geschönt werden soll. Nur 29 Prozent halten die Konzentration auf jüngere Stellensuchende für ein wirksames Mittel im Abbau der Arbeitslosenzahl.
 
Die Verschärfung der Zumutbarkeitskriterien für die Aufnahme einer neuen Stelle trifft sowohl auf Zustimmung als auch auf Ablehnung. Jeder dritte hält die Neufassung für einen richtigen Ansatz, für 39 Prozent sind die Ideen jedoch zu unkonkret gefasst. Rund 27 Prozent der Befragten finden die verschärften Regeln unzumutbar.
 
Begrüßt wird die Einrichtung von Personal-Service-Agenturen. Insgesamt 61 Prozent befürworten die befristete Vermittlung durch das Arbeitsamt. Nur 17 Prozent versprechen sich nichts davon, dass das Arbeitsamt als Zeitarbeitsvermittlung fungiert.
 
Die Ergebnisse resultieren aus Antworten von 2.295 Personen, die an der Befragung der Jobware Online-Service GmbH teilnahmen.