Wed Mar 21 00:00:00 CET 2001, Paderborn

Flexiblere Arbeitszeiten machen Karriere

Paderborn, 21. März 2001

Wer bewusst an seiner Karriere feilt, nimmt längere Arbeitszeiten zu 50 Stunden in der Woche in Kauf. Beschäftigte mit Abitur oder abgeschlossenem Studium lassen sich durch Überstunden den Spaß an der Arbeit nicht verderben. 60 Prozent von ihnen beurteilen den Vorstoß von DGB-Chef Dieter Schulte (in der April-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BIZZ), im Zuge der Arbeitszeitflexibilisierung tarifrechtlich auch mal eine 50-Stunden-Woche zuzulassen, positiv beziehungsweise sehr positiv. Führungskräfte stimmen dem Vorstoß immerhin noch zu 50 Prozent zu. Über alle Beschäftigtengruppen hinweg sind es 44 Prozent, die sich vorstellen könnten, auch mal eine Arbeitswoche von bis zu 50 Stunden einzulegen. Dies ergab eine Umfrage unter 1.041 Beschäftigten zwischen 18 und 50 Jahren, die von der Jobware Online-Service GmbH bei EMNID in Auftrag gegeben wurde.
 
Der Schulte-Vorschlag stößt allerdings auch auf ablehnende Reaktionen. 32 Prozent der Befragten stehen den tarifrechtlich geregelten Überstunden eher negativ und 23 Prozent sogar sehr negativ gegenüber. Tendenziell noch ablehnender äußern sich Frauen - wahrscheinlich, weil sie der Doppelbelastung von Beruf und Familie in der Regel stärker ausgesetzt sind als Männer. Überraschenderweise ist auch die so genannte Internetgeneration, die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen, von der Mehrarbeit nicht besonders begeistert (62 Prozent). Großer Widerstand kommt aus den Reihen derjenigen, die ihre Karriere eher dem Zufall überlassen. Bei ihnen sind es sogar 68 Prozent, die den Vorschlag negativ beurteilen.
 
EMNID führt im Auftrag der Jobware Online-Service GmbH repräsentative Umfragen unter Berufstätigen zu arbeitsmarktrelevanten Themen wie Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft, Beurteilung der eigenen Situation und Konsequenzen für die Berufs- und Karriereplanung durch, die in regelmäßigen Abständen unter www.jobware.de veröffentlicht werden.
 
Weitere Informationen und Grafiken zur oben beschriebenen Studie "Arbeitszeitflexibilisierung" sind hier abrufbar.