Zur richtigen Gehaltsvorstellung

Je überzeugender Sie Ihre Gehaltsvorstellung begründen können, umso eher werden Sie diese durchsetzen.

Die übliche Gehaltsspanne
Informationen über die Gehaltsspanne in Ihrer Branche für Ihr Berufsfeld erhalten Sie von den Branchen- und Wirtschaftsverbänden (beispielsweise BITKOM, BDI oder BVMW), den Industrie- und Handelskammern (IHK) oder auch den Gewerkschaften. Ein weiterer Weg sind Online-Datenbanken wie www.personalmarkt.de oder auch bei Jobware veröffentlichte Gehaltsstudien, z. B. von Kienbaum.

Überzeugende Argumente

Die so ermittelte übliche Gehaltsspanne gibt eine erste Orientierung. Es wird Fälle geben, in denen das Gehalt deutlich über dieser Spanne liegt und andere, wo das Gehalt deutlich darunter liegt. Sie sollten sich darauf vorbereiten, darlegen zu können, warum Sie eine Einordnung innerhalb der Gehaltsspanne oder auch darüber für sich als angemessen erachten:

Hard Skills
Je besser Ihre für das Unternehmen bedeutsamen fachlichen Fähigkeiten ausgeprägt sind, desto eher lässt sich hieraus ein entsprechend hoher Anspruch an das Gehalt ableiten. Wer deutlich machen kann, dass seine Kenntnisse und die damit verbundene Qualität seiner Arbeit zum Erfolg des Unternehmens maßgeblich beigetragen werden, erhöht massiv die Bereitschaft des Unternehmens, ein adäquates Gehalt zu bieten. Nachweisbare (Referenzen, Arbeitszeugnisse) und deutlich sichtbare Erfolge (Veröffentlichungen, Messeauftritte) tragen erheblich zum eigenen Marktwert bei.

Berufserfahrung und Erfolge

In manchen Branchen oder Unternehmen sehen die Tarifverträge eine Steigerung des Gehaltes mit wachsender Berufserfahrung vor, was ggf. dazu führt, dass jüngeren Kollegen der Vorzug gegeben wird. Damit raten wir davon ab, die Argumentation auf der Berufserfahrung zu gründen.

Das Unternehmen möchte jedoch Risiken vermeiden und am liebsten garantierte Erfolge einkaufen. Nachweisbare, vielleicht sogar deutlich sichtbare Erfolge tragen erheblich zum eigenen Marktwert bei. Referenzen oder Arbeitszeugnisse können als Beleg angeführt werden. Toll ist, wenn die Erfolge z. B. auf Messen veröffentlicht wurden.

Ihr Netzwerk
Wer von Fachleuten, Wettbewerbern, Kunden, Lieferanten oder auch der Presse oder der Politik geschätzt wird, der verfügt über ein erstklassiges Netzwerk, das für den Arbeitgeber einen hohen Wert besitzen kann.

Ihr Potential

Wer sich weiterbildet, vielleicht auch Sprachen lernt, wer sich ändernde Rahmenbedingungen nicht als Bedrohung, sondern als Chance für Innovationen begreift, der gehört zu dem Potential, dass das Unternehmen in die Zukunft führt.


Weitere Einflussfaktoren auf das Gehalt

Wie bereits angedeutet, hängt das Gehalt und dessen Entwicklung maßgeblich von der Branche ab, in der Sie beschäftigt sind.  Je nach Berufsfeld und Berufserfahrung kann es opportun sein, einen Branchenwechsel zumindest nicht auszuschließen, wenn ein deutlich höheres Gehalt angestrebt wird.

Ein enger Arbeitsmarkt bringt höhere Gehälter mit sich. Im fantastischen Jahr 2000 soll es Berufseinsteiger gegeben haben, die gleich mehr verdienten als Kollegen, die 3 Jahre dabei waren. Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern und fehlenden Mitarbeitern werden eher bereit sein, höhere Gehälter zu zahlen und zu bieten – um keine Mitarbeiter zu verlieren und darüber hinaus auch noch weitere zu gewinnen.

Wo Mitarbeiter besonders gesucht sind, steigen lokal die Gehälter. Dies lässt sich an der Entwicklung von Standorten und insbesondere Großstädten in Süddeutschland beobachten. Wo die Lebenshaltungskosten besonders hoch sind, werden regelmäßig höhere Gehälter geboten – um Mitarbeiter trotz der Rahmenbedingungen anzuziehen.


Das Gehaltspaket

Das Gehaltspaket beinhaltet alle Leistungen, die Sie zusätzlich zum Gehalt erhalten. Provisionen, Erfolgsbeteiligungen und Leistungsboni können einen großen allerdings flexiblen Anteil an Ihrem Gehaltspaket ausmachen. Andere Bestandteile können ein Firmenhandy, ein Firmenlaptop, ein Firmenwagen, Fahrtkostenzuschüsse oder auch die betriebliche Altersvorsorge sein. Vielleicht beteiligt sich das Unternehmen auch einmalig an den Kosten Ihres Umzugs oder stellt Ihnen für eine begrenzte Zeit eine Wohnung zur Verfügung.

Hinweis: Gehaltsvorstellung im Anschreiben
Geben Sie Ihre Gehaltsvorstellungen im Anschreiben nur an, wenn dies ausdrücklich gefordert ist. Als Summe gilt das Jahresgehalt inklusive etwaiger Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Boni). Die Formulierung kann lauten: „Mein derzeitiges Gehalt liegt bei ca. 65.000 € brutto pro Jahr. Bei einem Wechsel stelle ich mir eine Steigerung um X % vor.“ Wer flexible Gehaltsbestandteile vereinbaren will oder vereinbart hat, kann den Begriff „Zielgehalt“ verwenden, um seine Bereitschaft hierzu deutlich zu signalisieren.

Fazit: Bleiben Sie auf dem Teppich
Signalisieren Sie Verhandlungsbereitschaft: Wer von seinen Leistungen überzeugt ist, wird eine schrittweise Anhebung des Gehaltes im Anschluss an die Probezeit eher akzeptieren oder sich auch auf deutlich höhere flexible Gehaltsbestandteile eher einlassen. Etwaiges Statusdenken wird beim Thema Auto deutlich sichtbar.