Das gefilmte Inserat – Wie attraktiv sind Videos von Unternehmen?

Unsere Wahrnehmung verändert sich durch das Internet kontinuierlich. Immer wichtiger wird dabei das Bewegtbild. Das findet auch in Online-Ausschreibungen von offenen Stellen immer mehr Anwendung. In einem kurzen Video können Unternehmen nämlich Bewerbern einen guten Eindruck zur Firma vermitteln, der weit über den in der Regel sehr sachlichen Text der Beschreibung hinausgeht. 

In einer aktuellen Studie wurde nachgewiesen, dass Bewerber ein solches Infovideo durchaus positiv bewerten und es als Bereicherung einer Anzeige empfinden. Dazu muss der Filmbeitrag allerdings ein paar Kriterien erfüllen, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. Hier ein paar Grundsätze:

  • Einfach nur den Imagetrailer von der Website abzuspielen, bringt gar nichts. Das Video sollte sich tatsächlich mit der ausgeschriebenen Stelle befassen oder zumindest auf den Unternehmensbereich fokussieren, um den es bei der Stelle geht

  • Bei der Länge des Videos trifft genau dass zu, was auch für herkömmliche Webfilme gilt: zwei Minuten sind die Obergrenze. Alles darüber hinaus wirkt schnell langatmig und überzogen – schreckt also eher ab

  • Die Platzierung des Films im Inserat sollte grafisch geschickt vorgenommen werden. Dem Bewerber muss klar sein, dass es hier um eine filmische Zusatzinfo geht. D. h. also, der Film muss sehr gut gekennzeichnet und mit einem klaren Titel versehen werden. Sonst wirkt das ganze schnell werblich

  • Die Authentizität muss stimmen: Bewerber entlarven schnell, wenn im Video eine Welt vorgegaukelt wird, die meilenweit von den reellen Arbeitsbedingungen entfernt sind. Etwa wäre es falsch, im Video ein Vorstandsbüro im Grünen zu zeigen, wenn es in Wahrheit um einen Arbeitsplatz in einem Großraumbüro geht 

  • Besonders kleine Unternehmen profitieren von Anzeigen, die mit Videos angereichert sind. Denn für den Bewerber gilt wie für das Unternehmen: Schließlich soll der auf der anderen Seite ja registrieren, dass es sich um ein ernstes Anliegen handelt und dass sich das Unternehmen gewissenhaft mit der Ausschreibung auseinandersetzt, bevor sie erscheint. Dasselbe wird ja auch vom Bewerber erwartet.

Werden diese Grundregeln bei der Einbindung eines Videos in ein Stelleninserat beherzigt, gilt dies unterm Strich also als Bereicherung. Die Studie weist als Ergebnis aus, dass zwei von drei Bewerbern einem authentischen, realistischen Video sehr positiv gegenüberstehen und dafür einen Pluspunkt vergeben. Insgesamt kann also der Einsatz von Bewegtbild bei der Ausschreibung einer Stelle durchaus dazu beitragen, dass sich der Aufwand verringert und Unternehmen und Bewerber noch schneller zueinander finden, als auf herkömmlichem Weg. 

Filme sind generell wichtig für Unternehmen

Und für Unternehmen bedeutet dies, dass es sich lohnt, dieses Thema zu überdenken. Gegebenenfalls wäre es ja sowieso mal Zeit für Videos auf der Website, für Messen oder PR-Spots. Bei dieser Gelegenheit könnten ja auch stellenspezifische Videos „mitgedreht” werden, um so in die Bewerbungsprozedur einen topmodernen Touch einfließen zu lassen.

Allerdings gilt für die Planung, Produktion und die Integration in die Ausschreibung: Hier sollten Profis ran. „Selbstgeschnitzte Schnellprojekte” nach dem Motto „der Sohn vom Vertriebschef hat einen coolen Gopro-Film vom Skifahren gedreht,  der könnte doch ...”, sind auf keinen Fall der richtige Ansatz.

Was Kameraführung, Drehbuch, Bildqualität, Location, Postproduktion und Vertonung angeht liegt die Messlatte nämlich auch bei Internetvideos inzwischen sehr hoch. Also ist es unabdingbar, ein professionelles Team mit der Erstellung der Videos zu beauftragen. Sonst tritt nämlich eher der gegenteilige Effekt ein und der Bewerber denkt sich seinen Teil zur Arbeitsweise im vermeintlich attraktiven Unternehmen. 

 

von Christian Bonk