Selbstmotivation am Arbeitsplatz – aber wie?

Manchmal schaut alles grau aus. Anstehende Aufgaben werden zurückgestellt oder mit wenig Liebe angegangen. Dann fehlt es an Motivation und braucht es ein gutes Quäntchen Selbstmotivation, um dem Trott zu entkommen, wieder Freude zu entwickeln und die anstehenden Themen schlussendlich erfolgreich zu meistern.


Was ist Motivation?

Motivation ist vereinfacht das Streben nach Zielen. Selbstmotivation ist die Kunst, sich Ziele zu setzen und die hiermit verbundenen Aufgaben dann im Hinblick auf das übergeordnete Ziel mit Begeisterung anzugehen. Bei ungeliebten oder schwierigen Aufgaben wird das Ziel manchmal aus den Augen verloren. Wer dann nicht weiß, warum er diese Aufgabe zu lösen hat, dem fehlt ganz natürlich die Motivation, die sich bildende Hemmschwelle zu überwinden.


1. Müssen Sie die Aufgabe erledigen?

Als General im Zweiten Weltkrieg hat der spätere US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower ein System zur Selbstorganisation entworfen – das Eisenhower-Prinzip. Anstehende Aufgaben werden nach Wichtigkeit und Dringlichkeit unterschieden.



Prüfen Sie als erstes, ob eine Aufgabe tatsächlich erledigt werden muss. Ist die Aufgabe weder dringend noch wichtig, kann sie zur Seite gelegt werden.

Dann ist zu prüfen, ob die Aufgabe delegiert werden kann oder zu einem anderen Zeitpunkt erledigt werden kann. Bestimmen Sie den Zeitpunkt!


2. Strukturieren Sie die Aufgabe

Legen Sie für jede Aufgabe, die mehr als 2 Stunden umfasst, fest, in welchen Schritten die Aufgabe anzugehen ist. Legen Sie für jeden Schritt die benötigte Zeit fest und berechnen Sie den Soll-Termin für die Fertigstellung der jeweiligen Teilaufgabe und schließlich den Endtermin. Keine Teilaufgabe sollte mehr als einen Tag, besser 12 Stunden, in Anspruch nehmen. So können Sie den Fortgang der Fertigstellung beobachten, während der Erfüllung einer anspruchsvollen Aufgabe jeden Teilerfolg feiern und haben dabei den Fertigstellungstermin jederzeit unter Kontrolle. Anhand von Studien-, Diplom- oder Masterarbeiten kann dieses Vorgehen eingeübt werden. Wer erfolgreich promovieren will, wird vor dem Hintergrund einer anstehenden jahrelangen Aufgabe hierauf kaum verzichten können. Anderenfalls lässt sich über einen so langen Zeitraum die Motivation kaum aufrecht erhalten.


3. Motivieren und Belohnen

Wenn Sie in der Vergangenheit gute Erfahrungen im Team gesammelt haben, könnten Sie die bevorstehende Aufgabe ebenfalls als Team angehen. Eine Abschlussarbeit lässt sich häufig im Team schreiben, und auch Aufgaben im alltäglichen Berufsleben lassen sich zu mehreren konstruktiv angehen. Im Team kann die Gruppendynamik helfen, das Motivationstief einzelner zu überbrücken.

Setzen Sie sich persönlich eine Belohnung aus für den Fall, dass Sie eine anstehende Aufgabe oder Teilaufgabe erfolgreich und pünktlich bewältigen. So setzen Sie sich ein Ziel. Verzichten Sie auf die Belohnung, wenn Sie das gewünschte Ergebnis nicht erreichen. Nur so wirkt die Belohnung nachhaltig. Was Sie sich als Belohnung aussetzen, sollte Sie motivieren. Vielleicht ist es ausgedehntes Shopping, vielleicht der Besuch eines Fußballspiels, vielleicht ein Abend im Kino oder in einem guten Restaurant. Führen Sie das Aussetzen von Belohnungen als wiederkehrende Routine ein, sodass Sie schon unbewusst auf die Erledigung der Aufgabe hinarbeiten.


4. Geben Sie sich einen Schub
Prüfen Sie die Qualität Ihrer Arbeit. Führen Sie sich schriftlich Ihre Erfolge vor Augen. Loben Sie sich dafür und lernen Sie, Ihre so erreichten Ergebnisse selber wertzuschätzen. Genießen Sie das Gefühl, einen Punkt Ihrer Liste von Aufgaben durchstreichen zu können. Berichten Sie Ihrem Partner oder Ihren Freunden von Ihren Erfolgen. Das gute Gefühl, das der erfolgreiche Abschluss einer Aufgabe mit sich bringt, wird Sie unterbewusst beim nächsten Mal nach vorne bringen.


5. Schaffen Sie negative Routinen ab

Verzichten Sie auf Aussprüche wie „Ich habe keine Lust“ oder „Ich will nicht“ oder „Ich kann nicht“.  Durch diese Aussprüche oder auch nur Überlegungen programmieren Sie sich negativ und bauen einen immer größeren inneren Widerstand gegen anstehende Aufgaben auf, den Sie anschließend dann auch noch selber überwinden müssen. Lernen Sie positiv zu denken und zu reden. Überreden Sie sich und damit Ihr Unterbewusstsein und lernen Sie,  Lust gerade an den scheinbar schwierigen oder wenig ansprechenden Aufgaben zu entwickeln. Dann fällt die Erledigung deutlich leichter.


Wenn alles nichts hilft:
Nehmen Sie sich eine Auszeit. Machen Sie eine kurze Pause. Trinken Sie einen Kaffee. Dehnen Sie sich, schaue Sie aus dem Fenster und denken Sie an schöne Erlebnisse aus den letzten Tagen. Vielleicht widmen Sie sich dann einer anderen Aufgabe oder machen, soweit Gleitzeit dies erlaubt, früher Feierabend. Verzichten Sie darauf, sich an einer Aufgabe zu verbeißen. Manchmal hilft es, einfach drüber zu schlafen und die Aufgabe am Folgetag frisch anzugehen.

Fazit
Es gibt Aufgaben, gegen die wir uns sträuben. Mit der richtigen Strategie werden Sie sich gerade auf diese Aufgaben freuen – es braucht nur die richtige Belohnung und manchmal den richtigen Zeitpunkt.


Hinweis: 5 Tipps, wie Sie ungeliebte Aufgaben angehen:

  1. Strukturieren Sie die Aufgabe in Teilaufgaben.
  2. Setzen Sie sich eine Belohnung in Aussicht.
  3. Feiern Sie Ihre Erfolge.
  4. Denken Sie positiv.
  5. Nehmen Sie sich Zeit.