Realistische Gehaltsvorstellungen

Unsere Erfahrung zeigt, dass Sie ein höheres Gehalt aushandeln können, wenn Sie in Verhandlungen gut begründete Gehaltsvorstellungen nennen. Wir geben Ihnen hier Tipps, wie Sie realistische Gehaltsvorstellungen aufbauen – und für sich ein höheres Gehalt aushandeln.

Das Rezept für Ihre Gehaltsvorstellungen
Der Gehaltscocktail mischt sich aus folgenden Zutaten:

Branchenübliches Gehalt + gute Argumente + Rahmenbedingungen u. variable Anteile

Wir zeigen Ihnen, was sich im Einzelnen dahinter verbirgt.

Das Gehalt in Ihrer Branche
Die Informationen über die Höhe des durchschnittlichen Gehalts in Ihrer Branche bekommen Sie bei Branchen- und Wirtschaftsverbänden (beispielsweise BITKOM, BDI oder BVMW), Industrie- und Handelskammern (IHK) und Gewerkschaften. Sie können Ihnen realistische Vorstellungen von den Gehältern in Ihrem Unternehmen und der Branche geben.

Gute Argumente
Grundsätzlich gibt es immer eine branchenübliche Spanne, in der Gehaltshöhen liegen können. Für ein höheres Gehalt brauchen Sie gute Argumente:

  • Hard Skills: Je besser Sie die fachlichen Fähigkeiten beherrschen, desto fundierter ist Ihr Gehaltsanspruch untermauert. Gute Arbeitszeugnisse sind in Verhandlungen Ihr Kapital – machen Sie Arbeits- und Zwischenzeugnisse zu Geld.
  • Berufserfahrung und Erfolge: Je länger Sie in Ihrem Beruf tätig sind, desto höhere Gehaltsansprüche können Sie stellen, analog zu Beamten oder Angestellten des öffentlichen Dienstes. Einige Arbeitsverträge sehen eine stufenweise Anhebung des Gehalts nach einer bestimmten Zeitspanne vor. Auch erfolgreich abgeschlossene Projekte oder gesteigerte Umsätze sind gute Gründe, Ihre Gehaltsvorstellungen nach oben anzupassen. Haben Sie beispielsweise einen Großkunden für Ihr Unternehmen gewinnen können, ist ein Bonus oder eine Gehaltssteigerung realistischer.
  • Weitere Qualifikationen: Fort- und Weiterbildungen, Sprachkurse oder gute Verbindungen, etwa zu Fachjournalisten oder Insidern, sind Argumente, mit denen Sie ein gutes Gehalt aushandeln können.

Wie Rahmenbedingungen Ihr Gehalt beeinflussen
In unterschiedlichen Branchen werden auch unterschiedliche Gehälter gezahlt, beispielsweise geregelt durch Tarifverträge. Ihre Kommilitonen verdienen deshalb trotz gleichem Abschluss als Marketeer im Verlagswesen ggf. weniger als Sie in der Automobilbranche.

Volle Auftragsbücher bringen höhere Gehälter – in wirtschaftlich guten Zeiten sind Unternehmen bereit, ihren Mitarbeitern ein höheres Entgelt zu zahlen. Auch der Standort des Unternehmens ist für die Höhe Ihres Gehalts wichtig. Immer noch wird in Westdeutschland mehr gezahlt als in Ostdeutschland. Großstädte bieten gegenüber ländlich geprägten Gebieten ein höheres Einkommen.

Außerdem ist Ihr Gehalt in einem großen Unternehmen tendenziell höher, weil große Firmen höhere Gehälter zahlen können als kleine Unternehmen.

Gehaltspakete
Das so genannte Gehaltspaket beinhaltet alle Leistungen, die ein Arbeitgeber Ihnen zusätzlich zum Gehalt anbietet. Provisionen, Erfolgsbeteiligungen und Leistungsboni können Ihr Gehalt beispielsweise kräftig steigern. Andere Vergütungen, wie etwa ein Firmenhandy, ein Firmenwagen oder betriebliche Altersvorsorgen sind Möglichkeiten, ein vergleichbar niedriges Gehalt deutlich aufzuwerten.

Hinweis: Gehaltsvorstellungen im Anschreiben formulieren
Geben Sie im Anschreiben Ihre Gehaltsvorstellungen nur an, wenn dies ausdrücklich gefordert ist. Führen Sie nochmals kurz die wichtigsten Anforderungen an den neuen Job an, nennen Sie selbstsicher Ihre konkreten Gehaltsvorstellungen. Als Summe gilt das Jahresgehalt inklusive dem 13. Monatsgehalts oder Boni. „Mein derzeitiges Gehalt liegt bei ca. 65.000 € brutto pro Jahr. Bei einem Wechsel stelle ich mir eine Steigerung um 10 % vor.“