Versichert im Praktikum

Knöchel in der Werkstatt verstaucht? Stromkabel vom Server gezogen? Schwere Erkältung eingefangen? Im Praktikum lauern viele Gefahren. Daher sollten auch Praktikanten auf den richtigen Versicherungsschutz achten.

Vor Beginn eines Praktikums sollte geklärt werden, ob und wie man versichert ist. Greift zum Beispiel die gesetzliche Unfallversicherung? Wenn ja, in welchem Umfang?

Unfallversicherung und Leistungen

Im SGB VII (Sozialgesetzbuch) ist die gesetzliche Unfallversicherung genau definiert. Demnach werden folgende Schadensfälle abgedeckt:

  • Unfälle am Arbeitsplatz
  • Unfälle auf dem Weg zur Arbeit 
  • Unfälle auf dem Weg von der Arbeit

Vom Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung sind Unfälle, die sich im Privatbereich ereignen, jedoch ausgeschlossen. 

Unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen: 

  • Arbeitnehmer
  • Lehrlinge in der Ausbildung
  • Lernende bei der Fortbildung
  • Schüler
  • Studierende
  • Praktikanten

Die Beiträge hat der Arbeitgeber in voller Höhe zu entrichten. Kosten für Beiträge entstehen dem Versicherten nicht. Damit sind grundsätzlich Praktikanten durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Dies ist unabhängig von der Praktikumsdauer und den Einkünften aus dem Praktikum. Eingeschlossen ist auch ein Praktikum ohne Bezahlung. Somit ist für den Versicherungsschutz nicht entscheidend, ob es sich um ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Praktikum handelt. 

Versichert im Auslandspraktikum

Der Schutz durch die Unfallversicherung entfällt üblicherweise bei Auslandspraktika: Praktikanten sollten frühzeitig Informationen einholen, ob eine Unfallversicherung durch den Arbeitgeber angeboten wird, welche Leistungen eingeschlossen sind oder wie man sich im Ausland richtig versichert. Oft kommen Praktikanten nicht um eine private Unfallversicherung herum.

Ausnahme

Führt eine Bildungseinrichtung eine Praktikumsveranstaltung durch, ist der Praktikant versichert. Wie sich der Versicherungsschutz im Detail verhält, ist im Vorfeld zu klären. 

Zusätzlicher Schutz

Das Leistungspaket der gesetzlichen Unfallversicherung wird immer häufiger durch den Abschluss einer privaten Unfallversicherung aufgestockt. Diese Alternative nutzen neben den Praktikanten auch viele Arbeitnehmer. Um für sein Geld, falls es zu einem Unfall kommt, optimale Leistungen in Anspruch nehmen zu können, ist ein genauer Vergleich der Versicherungsgesellschaften unabdingbar.

Sozialversicherung

Natürlich darf das Thema Sozialversicherung nicht vernachlässigt werden. Absolviert ein Student ein Praktikum, zählt dies zu einem versicherungspflichtigen Verhältnis. Das ist zutreffend, wenn das Praktikum nach Abschluss des Studiums oder als freiwilliges Zwischenpraktikum geleistet wird. Nicht der Sozialversicherung unterliegt entsprechend der Studien- oder Prüfungsordnung das verpflichtende Praktikum. Ein solches Praktikum ist ein Praxissemester. Diese Praktika sind unabhängig von ihrer Dauer, den Arbeitszeiten und der Vergütung sozialversicherungsfrei. Weitere Informationen bieten hierzu die Krankenkassen.

Egal für welche Praktikumsform man sich entscheidet: Die Unfallverhütung hat oberste Priorität. Das Unternehmen ist für die Sicherheit des Arbeitnehmers verantwortlich und muss auch Praktikanten ausführlich zum Unfallschutz belehren. Daneben gibt es in jeder Firma Mitarbeiter als Ersthelfer, die mit der Ersten Hilfe vertraut und bei Verletzungen zu kontaktieren sind.

Darüber hinaus kann auch eine Haftpflichtversicherung für Praktikanten ratsam sein. Bei Verletzungen von Vertrags- oder Sorgfaltspflichten oder im Rahmen der Gefährdungshaftung können hohe Schadenersatzansprüche auf den Praktikanten zukommen.

Fazit

Praktikanten sind innerhalb Deutschlands durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Vor Beginn eines Praktikums im Ausland sollte man sich umfassend informieren. Weitere Versicherungen sind nach Bedarf abzuschließen.