Praktikumszeugnis - Was muss rein?

Endlich ist das Praktikum vorbei und man kann sich voller Elan auf die Suche nach dem Traumjob stürzen. Mit dem Praktikumszeugnis in der Hand macht man sich auf den Weg, um damit den zukünftigen Chef zu beeindrucken. Doch ist dieses Arbeitszeugnis, das einem ausgestellt wurde, auch vollständig? Gibt es auf dem wichtigen Stück Papier möglicherweise versteckte Negativformulierungen, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennt, jeder Arbeitgeber aber sofort enttarnt?

Wir benennen die wichtigsten Punkte, die ein Praktikumszeugnis enthalten muss, und einige Tipps, welche Begriffe oder Formulierungen darin nicht zu finden sein sollten.

Ein vollständiges und qualifiziertes Praktikumszeugnis besteht im Normalfall aus festgelegten Abschnitten:

  • Nennung der Rahmendaten
    Beispiel:
    „Frau / Herr […] hat von [...] bis [...] ein Praktikum in unserem Unternehmen absolviert.“
  • Beschreibung der ausgeübten Tätigkeit
    Beispiel:
     „Zu ihren / seinen Aufgaben im Praktikum zählte unter anderem [...].“
  • Beschreibung der Leistung
    Beispiele:
    „Frau / Herr war stets sehr lernmotiviert.“
    „Sie / er bewies große Auffassungsgabe.“
    „Sie / er hat sich selbstständig und unter Anleitung erfolgreich umfangreiche Kenntnisse angeeignet.“
    „Sie / er wurde stets allen Anforderungen gerecht und führte die Aufgaben zunehmend selbstständig aus.“
    „Die Arbeitsergebnisse sind auch bei steigenden Anforderungen immer von hoher Qualität gewesen.“
  • Zusammenfassendes Urteil
    Beispiel:
    „Sie / er hat im Praktikum stets hervorragende Leistungen erbracht und zur vollsten Zufriedenheit des Unternehmens gearbeitet.“
  • Verhalten
    Beispiele:
    „Ihr / sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war im Praktikum stets einwandfrei.“
    „Kunden und Geschäftspartnern gegenüber trat sie / er respektvoll und selbstsicher auf.“
    „Sie / er ist ein verantwortungsbewusster Teamplayer und hat sich vorbildlich in Projektgruppen eingefügt.“
  • Abschluss
    Beispiel:

    „Frau / Herr [...] beendet das Praktikum wie geplant nach Ablauf der mit dem Arbeitgeber vereinbarten Frist zum [...].“

Das Praktikumszeugnis kann darüber hinaus abschließend noch eine Dankesformel und eine Empfehlung für den künftigen Arbeitgeber enthalten.

Das ausgestellte Praktikumszeugnis sollte, je nach Dauer des Jobs und Umfang der Leistungen, maximal zwei DIN-A4-Seiten füllen und frei von Rechtschreibfehlern und stilistischen Mängeln sein. Erst mit einer Unterschrift ist das Praktikumszeugnis wirksam.

Auf Vollständigkeit im Praktikumszeugnis achten

Das Praktikumszeugnis sollte einen guten Einblick in das Praktikum bieten und eine genaue Stellenbeschreibung mit einer Übersicht über die Aufgabenbereiche liefern. Fehlende Nachweise sollten reklamiert werden. So kann es in einer späteren Bewerbung nützlich sein, wenn Sie „Verkaufsgespräche“ oder das „Layouten mit InDesign“ angeben.  Auch die dafür notwendigen Soft-Skills, etwa Belastbarkeit, Problemlösungsfähigkeit oder Auffassungsgabe, sollten aufgelistet werden.

Wird ein Praktikum ordnungsgemäß abgeschlossen, hat der Absolvent ein Recht auf eine
neutrale Bewertung im Arbeitszeugnis, beziehungsweise sollte bei Nicht-Vorliegen triftiger Gründe günstig ausfallen. Daher ist auf versteckte Negativ-Formulierungen im Arbeitszeugnis zu achten: „War stets bemüht“ bedeutet eine negative Bewertung der Leistung und impliziert: stets bemüht, nicht erreicht.


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„Stets bemüht“, aber nie erreicht

Auch passive Satzkonstruktionen, die lediglich das Erbringen einer einzigen Leistung beschreiben, sind negativ zu bewerten: „Sie / er hat stets (nur) die Leistung erbracht, die vom ihr / ihm verlangt wurde.“

Negative Formulierungen oder Einschränkungen sind im Praktikumszeugnis generell ein Makel im Arbeitszeugnis. Geschieht etwas „notwendig“, „ohne Beanstandung“, „im Wesentlichen“, „überwiegend“  oder „weitgehend“, ist es um das Arbeitsverhalten des Praktikanten schlecht bestellt.

Stattdessen sollten Praktikumszeugnisse dynamische Attribute beinhalten. Der Praktikanten sollte als „engagiert“, „interessiert“ und „motiviert“ beschrieben werden.

Temporaladverbien, wie „immer“ oder „stets“, werten die Aussage weiter auf. Substantive, wie das „Engagement“ oder „Interesse“, werden wiederum mit Adjektiven wie „groß“, „ausgezeichnet“ oder „überdurchschnittlich“ attribuiert.

Besonderen Eindruck machen Praktikanten mit einem Arbeitszeugnis, in dem Superlative zu finden sind: „Sie / er hat die an sie / ihn gestellten Anforderungen stets zu unserer größten Zufriedenheit erfüllt.“

Gerne sieht ein zukünftiger Arbeitgeber im Praktikumszeugnis Formulierungen wie „Ihr / sein Verhalten war vorbildlich“ oder „Sie / er und ihre / seine Leistung wurde von allen sehr geschätzt.“