Was den Marktwert von Absolventen steigert

Praktika und Werkstudententätigkeiten tragen am meisten zum Marktwert von Hochschulabsolventen bei. Die Abiturnote ist kaum von Bedeutung. Das ist das Ergebnis der Hochschul-Recruiting-Studie des Online-Stellenmarkts Jobware in Kooperation mit der Hochschule Koblenz.

Geht es nach den befragten Personalern, dann hat der perfekte Hochschulabsolvent schon während seines Studiums Praxiserfahrung (80 Prozent) – in Form von freiwilligen Praktika oder Pflichtpraktika – gesammelt. Großunternehmen (ab 2.500 Mitarbeiter) verlangen sogar in 91 Prozent der Fälle nachweisbare Praxiserfahrung.

Darüber hinaus wird von Bachelor- und Masterabsolventen sowie Doktoren erwartet, dass sie ihren Studiengang und den Studienschwerpunkt (70 Prozent) gewissenhaft gewählt haben, erstklassige Praktikumszeugnisse (55 Prozent) und eine hervorragende Abschlussnote (41 Prozent) aufweisen. 

Dass Auslandserfahrung den Marktwert massiv steigert, gehört ins Reich der Märchen. Lediglich 39 Prozent der Personaler sehen hierin einen marktwertsteigernden Faktor für Absolventen. Ebenfalls sind Fremdsprachenkenntnisse (39 Prozent) kein Muss, um ein den ersten Job zu finden. Die echten Verlierer sind, laut der Studie, die Reputation der Hochschule (7 Prozent) und die Abiturnote (4 Prozent). Kaum ein Unternehmen legt hierauf großen Wert.

Wie leicht Absolventen ihre Karrierechancen verbessern könnten, zeigt die Analyse der Einstellungshemmnisse. So bemängelten 51 Prozent der Personaler fehlende Kenntnisse über das Unternehmen. 67 Prozent der Absolventen  fielen mit überzogenen Gehaltsvorstellungen auf. Und auch die Kompetenzdarstellung (46 Prozent) stieß den Personalern bitter auf. Einziger Lichtblick: Das Erscheinungsbild der Bewerber fällt in nur 14 Prozent der Fälle negativ auf.

Die Hochschul-Recruiting-Studie 2014 (Jobware in Kooperation mit der Hochschule Koblenz unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Christoph Beck) untersucht, ob das seit mehreren Jahren steigende Angebot an Hochschulabsolventen auf eine entsprechende Nachfrage auf Seiten der Unternehmen trifft – differenziert nach Studienrichtung und Abschlüssen.

Björn Thomsen