Insider Tipps: Personaler steht Rede und Antwort

Im Interview mit Jobware verrät Robert Manger, Personalmanager bei LEONI, Wichtiges rund ums Praktikum.

Jobware: Herr Manger, Sie waren nicht immer Personalmanager bei LEONI. Können Sie sich noch an Ihr erstes Praktikum erinnern?

Manger: Mein erstes Praktikum absolvierte ich in der Einkaufsabteilung eines Automobilzuliefererunternehmens.

Jobware: Praktika – ob freiwillig oder studienbegleitend – vermitteln Praxis und geben Orientierung. Welche Rolle spielen Praktikumsstellen bei LEONI?

Manger: Die Vergabe von Praktikumsstellen ist eine unserer erfolgreichsten Kanäle zur Gewinnung von Nachwuchskräften. Daher beinhalten unsere Praktika in der Regel anspruchsvolle Aufgaben, wodurch sich die Studierenden bereits ein umfassendes Bild von einer späteren Tätigkeit machen können. Praktika haben daher den Vorteil, dass sich sowohl das Unternehmen als auch der Praktikant über einen längeren Zeitraum kennen lernen und abgleichen können, ob es zueinander passt.

Jobware: Stellen Sie denn nur Praktikanten in der Elektrotechnik ein?

Manger: Nein, neben den Praktika in technischen Bereichen, z.B. in der Forschung & Entwicklung bieten wir auch in verschiedenen kaufmännischen Funktionen Praktikantenplätze an. Häufig sind unsere Aufgaben interdisziplinär ausgeprägt, so dass eine hundertprozentige Abgrenzung nach Studienrichtung kaum möglich ist.

Jobware: Wie muss ein Praktikumsanschreiben aufgebaut sein, um Sie zu begeistern? Was unterscheidet die Bewerbung eines erstklassigen Elektrotechnikers von der eines erstklassigen Betriebswirts?

Manger: Wichtig ist aus meiner Sicht, dass aus dem Anschreiben hervorgeht, was der Bewerber machen möchte. Notwendig dafür ist eine Vorbereitung, um sich mit dem Unternehmen und seinen Produkten bzw. Bereichen auseinander zu setzen. Handelt es sich um eine konkrete Praktikumsausschreibung, sollte der Bewerber zumindest auf einen Teil der beschriebenen Aufgaben eingehen und darstellen, warum er daran Interesse hat oder eventuelle Vorkenntnisse darlegen. Angaben wie Zeitpunkt und Dauer des Praktikums dürfen im Anschreiben natürlich nicht fehlen.

Jobware: Vorausgesetzt, der Bewerber hat Sie überzeugt: Wie läuft ein Vorstellungsgespräch bei Ihnen ab? Bringen Sie Bewerber schon mal ins Schwitzen?

Manger: Ein Vorstellungsgespräch mit dem Bewerber wird in der Regel von der Personalabteilung und dem suchenden Fachbereich gemeinsam durchgeführt. Ziel ist es, vom Bewerber noch mehr zu erfahren als aus den Bewerbungsunterlagen hervorgeht. Der Fachbereich legt dabei natürlich Wert auf die fachliche Eignung des Bewerbers. Ob jemand dadurch ins Schwitzen kommt, hängt häufig auch mit der Vorbereitung des Bewerbers zusammen.

Jobware: Lohnt es sich für Studierende, ein Absolventenpraktikum zu machen? Oder sollte der berufliche Einstieg direkt über eine Festanstellung gesucht werden?

Manger: Hier sehe ich persönlich zwei Perspektiven. Auf der einen Seite ist es für die Absolventen, welche einen Berufseinstieg suchen, eine Gelegenheit während des Such-Prozesses nach einer Festanstellung praktische Erfahrungen zu sammeln. Für Unternehmen bergen Absolventenpraktika aber das Risiko, dass der Praktikant kurzfristig das Unternehmen verlässt, wenn er den passenden Berufseinstieg in einem anderen Unternehmen gefunden hat. Außerdem setzen wir voraus, dass Praktikanten über eine gültige Immatrikulationsbescheinigung verfügen.