Freiwilliges Praktikum: In den Job hineinschnuppern ohne Zwang

Die Hochschul-Recruiting-Studie 2014 hat gezeigt, dass Personaler es begrüßen, wenn Absolventen praktische Erfahrung mitbringen. Gleiches gilt für Bewerber, die frisch aus der Schule kommen. Ein freiwilliges Praktikum bietet beste Möglichkeiten, die Karriere ins Rollen zu bringen.

Schüler und Studenten können im freiwilligen Praktikum erste praktische Erfahrungen sammeln und ihrem Traumjob näher kommen. Da nicht alle Studiengänge ein Pflichtpraktikum vorsehen, das Praktikum im schulischen Rahmen womöglich Jahre zurückliegt und der Nebenjob keinen fachlichen Bezug zum Karrierewunsch hat, entscheiden sich viele Schüler und Studierende für ein freiwilliges Praktikum.

Randnotiz

Ein freiwilliges Praktikum kann auch allen Unentschlossenen dienen, die bislang nur vage ihre Karriereziele benennen können oder sich beruflich umorientieren möchten.

Der Antritt eines Studiums oder einer Festanstellung zieht immer weitreichende Konsequenzen nach sich: von den finanziellen Aufwendungen eines Wohnortwechsels bis zu vertraglichen Verpflichtungen. Umso wichtiger ist es, sich seiner Karriereziele sicher zu sein. Ein freiwilliges Praktikum bietet beste Voraussetzungen, um einen Beruf kennenzulernen. Manchmal liegen Vorstellung und Realität weiter auseinander als geahnt.

Besonderheiten von freiwilligen Praktika

Freiwillige Praktika unterscheiden sich von Pflichtpraktika vor allem darin, dass …

Dauer, Inhalte und Ziele des Praktikums nicht vorgegeben sind. Sprechen Sie daher mit dem Unternehmen vor Vertragsabschluss genau über die vertraglichen Inhalte.

… während ihrer Ausübung üblicherweise kein Anspruch auf Bafög besteht.

… sie als normale Arbeitsverhältnisse gelten und gegebenenfalls Beiträge zur Sozialversicherung geleistet werden müssen.

Praktische Erfahrungen werden von Unternehmen hoch geschätzt

Obwohl es im Vorfeld Fragen zur Sozialversicherung und Versteuerung zu klären gilt, sind freiwillige Praktika meist lohnenswert. Vom selbstsichereren Auftritt im Vorstellungsgespräch bis zum produktiven Mitwirken im Betrieb: Diese Art der Praxiserfahrung hat einen hohen Wert und manchmal findet man im ehemaligen Praktikumsbetrieb den zukünftigen Arbeitgeber.

Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Immer mehr Unternehmen schreiben Praktikantenstellen aus. Manchmal kann sich auch eine Initiativbewerbung lohnen. Obwohl nicht alle Unternehmen auf Praktikanten eingestellt sind, wissen gute Personaler um die Vorteile freiwilliger Praktikanten: Sie kennzeichnet eine hohe Motivation. Überdies fällt eine spätere Einstellungsentscheidung leichter, wenn der Bewerber bereits aus einem Praktikumsverhältnis bekannt ist.

Absolventen, die keine Praktika absolviert haben, gleichen oftmals der Katze im Sack. Theorie und Praxis haben in den Unternehmen oft wenig gemeinsam. Praxiserprobte Bewerber, teils mit schlechteren Zeugnisnoten, werden dann schon mal bevorzugt.

Dauer eines freiwilligen Praktikums

Ein freiwilliges Praktikum muss nicht immer Monate dauern. Oftmals genügen auch zwei bis drei Wochen, um einen ersten Einblick ins Arbeitsleben zu bekommen. Noch kürzere Praktikumsverträge lohnen sich meist für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer nicht.

Fazit

Freiwillige Praktika sind lohnenswert; doch sollten die Zielsetzungen detailliert mit dem Arbeitgeber besprochen werden, um Missverständnissen oder Enttäuschungen vorzubeugen.