Bildungsfinanzierung: Bund übernimmt komplette BAföG-Finanzierung ab 2015

Wer sich ein wenig mit seiner BAföG Finanzierung befasst hat, der weiß, dass das Bafög bisher zu 65 Prozent vom Bund finanziert wurde und zu 35 Prozent von den Ländern. Das wird sich im Rahmen der Einigung zur Bildungsfinanzierung zwischen Bund und Ländern ab 2015 jedoch ändern. Denn ab 2015 werden zur Entlastung der Länder die BAföG Kosten komplett vom Bund übernommen.

Diese Neuerung wird die Länder mit 1,17 Milliarden Euro entlasten. Den Bund kostet diese Neuerung 625 Millionen Euro. Außerdem soll es eine Ergänzung im Grundgesetz geben, damit sich der Bund unter bestimmten Bedingungen auch direkt an der Finanzierung der Hochschulen beteiligen kann.

Aber was haben die BAföG Empfänger konkret davon? Bislang noch nicht viel. Aber das könnte sich im Zuge der geplanten und längst überfälligen BAföG–Reform im Wintersemester 2016/2017 ändern. Konkret bedeutet das: Mehr Kohle für BAföG-Empfänger! Wieviel genau, das steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Bisher wurde eine Summe von rund 500 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Damit könnte die Summe sogar über den im aktuellen BAföG-Bericht geforderten Betrag hinausgehen.

Klingt doch alles ganz gut. Allerdings gibt es, wie bei jeder Reform, auch hier Kritiker, die die Reform als „Mogelpackung“ bezeichnen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund meldete sich in der Debatte kritisch zu Wort: Der Anschein, nach dem 6 Milliarden Euro zusätzlich in Bildung stecken würde, sei trügerisch, da es sich lediglich um eine Kostenverschiebung der Länder an den Bund handeln würde, so Elke Harnack vom DGB. Sie bezweifelt zudem, dass die Länder die finanzielle Entlastung durch den Bund wirklich als Möglichkeit zur Bildungsinvestition nutzen würden. Was haltet ihr von einer Reform? Längst überfällig, oder völlig egal: Hauptsache die Kohle kommt?