Trends im Mobile Recruiting: MOPS von der Leine lassen

34 Prozent der Internetnutzer wollen sich mobil bewerben

Mehr als 20 Millionen Deutsche surfen mobil. Smartphones und Tablets ersetzen für viele Nutzer bereits das stationäre Endgerät. Und der mobile Trend macht auch vor dem Personal-Recruiting nicht halt. So waren bereits 2014 mehr als 30 Millionen Stellensuchende mobil unterwegs ist.

Um Fach- und Führungskräfte auch mobil zu erreichen, hat die Jobbörse Jobware mobil-optimierte Stellenanzeigen – oder kurz und einprägsam MOPS – entwickelt. Sie erreichen geeignete Kandidaten dort, wo sie sich gerade aufhalten, ob im Café, in der Bahn oder am Frühstückstisch. 

Während Desktop-Rechner im Büro weiterhin die Oberhand behalten, sind Smartphones, Tablets und Laptops auf Dienstreisen oder in der Freizeit die erste Wahl. Unterschiedliche Bildschirmabmessungen und Betriebssysteme sind zu beachten. Der Trend hin zu Mobile Devices ist eine neue Herausforderung nicht nur für das Personalwesen. 


Brüche in der „Candidate Experience“ vermeiden

„Um erstklassige Kandidaten für Stellenangebote zu begeistern, müssen Personaler diesem veränderten Verhalten der Zielgruppe Rechnung tragen“, erklärt Dr. Wolfgang Achilles, Jobware-Geschäftsführer. Unternehmen können es sich im Wettbewerb um Fachkräfte nicht mehr leisten, mobile Kanäle auszusparen. Deshalb wurden MOPS entwickelt, die sich flexibel an das Endgerät anpassen – ohne Zutun des Benutzers. Proprietäre Stellenmarkt-Applikationen sowie responsive und strukturierte Online-Inserate werden dank MOPS obsolet.

 Die Vermeidung von Brüchen in der „Candidate Experience“ ist die größte Herausforderung, um mobile Sackgassen zu vermeiden. Das zeigt die Mobile-Recruiting-Studie, die von Jobware in Kooperation mit der Hochschule RheinMain unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Jäger und Prof. Dr. Stephan Böhm erstellt wurde. Konventionelle Stellenanzeigen führten bei mobilen Aufrufen bislang zu hohen Abbruchraten: Lästiges Scrollen, lange Ladezeiten (aufgrund großer Datenmengen) und funktionale Einschränkungen konnten in der Mobile-Recruiting-Studie als schwerwiegende Probleme identifiziert werden.

Um Regeln für die Gestaltung mobiler Stellenanzeigen zu entwickeln, haben Jobware und die Hochschule RheinMain eine Reihe von Bedingungen ermittelt. Ziel war es, eine maximale „Mobile Fitness“ zu erreichen. Das Untersuchungsdesign bestand aus einer technischen Validierung und einer heuristischen Evaluation sowie zwei Usability-Tests (Walkthrough mit Thinking aloud und Eye-Tracking-Analyse inklusive Recall-Test). Ein Prototyp wurde entwickelt – der es nun zur Marktreife gebracht hat.

MOPS reduzieren demnach Inhalte nicht, sie passen sie perfekt an das Endgerät an – und das natürlich im Corporate Design. So stehen die Kernelemente immer „above the fold“. Ähnlich einer Ziehharmonik kann sich das Menü dehnen bzw. aufklappen. Das Touchmenü ist intuitiv in der Bedienung und gibt die gewünschten Informationen bei Berührung preis.

Um schwachen Mobilfunkverbindungen und geringen Auflösungen entgegenzukommen, reduzieren MOPS automatisch grafische Elemente. „Auf Kundenwunsch können bei mobiler Betrachtung aufwendige Illustrationen komplett ausgeblendet oder Firmenlogos zum Beispiel um den Claim reduziert dargestellt werden“, betont der Jobware-Geschäftsführer.

 

MOPS als Kernelement mobiler Karriereseiten

MOPS perfektionieren nicht nur die mobile Stellensuche, sie geben auch neue Anstöße in Richtung der Entwicklung mobiler Karriereseiten.

Vom Erstkontakt mit der Stellenanzeige bis zum Einreichen der Bewerbung können mobil-optimierte Karriereseiten ganzheitlich den Bewerbungsprozess abdecken. „Wir wissen mittlerweile sehr genau, was mobile Nutzer von einer Karriereseite erwarten. Auf Seiten der Unternehmen wächst der Handlungsdruck.“, erklärt Dr. Achilles.

So zeigt die Mobile-Recruiting-Studie, dass Bewerbungen bislang oft nicht mobil hinterlegt werden können (73 %). Auch verkürzte Bewerbungsformulare (87 %), Social Media-Einbindungen (67 %) sowie Möglichkeiten der mobilen Kontaktaufnahme (40 %) sind noch nicht umgesetzt.

Fakt ist aber: Ein Drittel der Internetnutzer wollen sich heute schon mobil bewerben.

 

Social Media ist schon wieder rückläufig

Der Trend zur mobilen Bewerbung ist ein nachhaltiger. Das haben auch Personaler erkannt. 97 Prozent sind zuversichtlich, dass das Thema Mobile Recruiting an Bedeutung gewinnt. 67 Prozent können sich vorstellen, in den nächsten zwölf Monaten eine mobile Recruiting-Kampagne zu entwickeln.

In den USA und Asien ist Mobile Recruiting längst etabliert, um vor allem Young Professionals anzusprechen. „Auch deutsche Unternehmen sollten die Chance nutzen, im Wettbewerb um Talente mobile Kanäle zu benutzen“, so Dr. Achilles. Die jüngst erschienene Hochschul-Recruiting-Studie (Jobware in Kooperation mit der Hochschule Koblenz) bestätigt den Trend. Während das Mobile Recruiting erstmals in der Untersuchung auftaucht, können sich Online-Jobbörsen bei der Gewinnung von Hochschulabsolventen auf sehr hohem Niveau (75 %) halten. Verlierer sind vor allem Printanzeigen (-11 %) und das Social Recruiting – etwa durch Social Distributions und Social Profiling – (-19 %).

Der Erfolg von MOPS und mobilen Karriereseiten besteht darin, dass sie unabhängig sind von der Wahl des Endgeräts, der Stellenmarkt-App und des Social Media-Accounts.

„Wechselwillige Kandidaten erwarten, dass Unternehmen auf sie zukommen. Wer MOPS einsetzt, erhöht die Bewerberquote und Bewerberqualität“, so der Jobware-Geschäftsführer.