Initiativbewerbung für Fach- und Führungskräfte

Sie interessieren sich ganz besonders für ein Unternehmen. Die Arbeitsatmosphäre, die innovativen Produkte oder der herausragende Service haben Sie überzeugt. Sie möchten nicht auf passende Stellenangebote dieses Unternehmens warten. Dann greifen Sie zur Initiativbewerbung. Wir erklären Ihnen, wie Sie eine Initiativbewerbung optimal aufbauen und schreiben.

Vorbereitung für die Initiativbewerbung

Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich umfassend über die Firma informieren.
Die Firmenhomepage, bei Jobbörsen geschaltete Stellenangebote, Branchenverbände und die einschlägige Fachpresse liefern erste Informationen:

1.    Geschäftsbereiche des Unternehmens
2.    Etwaige Verbindungen zu anderen Unternehmen (Mutter, Tochter, Konzern)
3.    Unternehmensphilosophie und -selbstverständnis
4.    Wer ist Ihr Ansprechpartner, wer sind Entscheider?
5.    Passen Sie und das Unternehmen zusammen?


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Natürlich ist es darüber hinaus sehr hilfreich, wenn es Ihnen gelingt, direkt ins Gespräch mit dem Unternehmen zu kommen. Sollten Sie keinen der Mitarbeiter persönlich kennen, so können Ihnen vielleicht Freunde oder Bekannte einen entsprechenden Kontakt herstellen. Ein Blick in die sozialen Netzwerke kann hierbei hilfreich sein, um herauszufinden, ob ein Bekannter Ihnen einen Kontakt vermitteln könnte.

Des Weiteren eignen sich sowohl Bewerbermessen als auch Ausstellungen, auf denen das Unternehmen seine Produkte präsentiert, zur ersten Kontaktaufnahme.

Wem es gelingt, direkt mit dem zukünftigen Vorgesetzten in Kontakt zu treten und diesen von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen, der wird mit seiner Bewerbung offene Türen einrennen.

Der ein oder andere Arbeitgeber arbeitet regelmäßig mit den gleichen Personalberatungen zusammen. Hinweise hierauf können Sie in Stellenanzeigen finden, die von der Personalberatung geschaltet werden und in der die von Ihnen gewünschte Firma mehr oder weniger offen vorgestellt wird. Es kann hilfreich sein, den direkten Draht zu den Haus- und Hof-Beratern herzustellen und diesen die Initiativbewerbung im Anschluss an ein persönliches Gespräch zuzuleiten.

Beobachten Sie den Stellenmarkt. Vielleicht finden Sie die eine oder andere Position, die zwar nicht 100%ig auf Sie zugeschnitten ist, wo aber die Aufgabenstellung und der Bereich grundsätzlich passen würden. Sich hierauf zu bewerben, kann ein erfolgreicher Weg sein, mit dem zukünftigen Vorgesetzten ins Gespräch zu kommen.

Als letzter Weg bleibt die direkte Ansprache der Personalabteilung. Allerdings gilt es zu beachten, dass viele Personalabteilungen von Initiativbewerbungen geradezu überrollt werden und der schieren Menge der eintreffenden Initiativbewerbungen nicht Herr werden. Dann kommt es viel zu häufig entweder zu einer Absage oder zu der Aufnahme in einen sogenannten Bewerberpool. Letzteres verspricht aber keineswegs eine automatische Berücksichtigung der Bewerbung in dem Falle, dass eine passende Position ausgeschrieben wird.

WICHTIG
Auch im Anschluss an eine Initiativbewerbung sollten Sie intensiv beobachten, welche Positionen das Unternehmen ausschreibt und ob eine davon für Sie interessant sein könnte. Dann heißt es, ohne zu zögern, sofort bewerben!

Wie Sie die Initiativbewerbung erstellen

Mit Ihrer Initiativbewerbung müssen Sie ein so großes Interesse wecken, dass der Arbeitgeber darüber möglichst nachdenken muss, ob er eine Stelle für Sie schaffen soll.
Wichtig ist, wie bei jeder Bewerbung, das Anschreiben individuell zu formulieren. Wir empfehlen, die folgenden fünf Fragen im Anschreiben kurz und knapp zu beantworten:

1.    Wer und was sind Sie?
2.    Welche Qualifikationen zeichnen Sie aus?
3.    Welchen Beitrag zum Erfolg dieses Unternehmens können Sie leisten?
4.    Für welche Aufgabe bewerben Sie sich?
5.    Was begeistert Sie an dem adressierten Unternehmen?

Grundsätzlich unterscheidet sich die Initiativbewerbung in Aufbau und Umfang nur geringfügig von einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle.

Richten Sie Ihre Initiativbewerbung direkt an einen Adressaten. Mit diesem Adressaten sollten Sie sofern irgend möglich vor dem Versenden Ihrer Bewerbung bereits einen ersten persönlichen Kontakt hergestellt haben, so dass Sie sich im Anschreiben auf ein konkretes Gespräch beziehen können.

Fazit
Einer erfolgreichen Initiativbewerbung geht eine gut vorbereitete persönliche Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen voraus. Dann muss die Bewerbung passen! Unabhängig von einer etwaigen Initiativbewerbung sollten Sie weiterhin prüfen, ob passende Positionen ausgeschrieben werden, und sich auf diese direkt bewerben.

Pro Initiativbewerbung

Sie bewerben sich außer Konkurrenz. Vielleicht gibt es bereits eine passende aber noch nicht ausgeschriebene Position im Unternehmen, die dank Ihrer Bewerbung jetzt ohne die mit einer Ausschreibung verbundenen Kosten besetzt werden kann.

Sie können Ihre Qualitäten präsentieren ohne Rücksicht auf etwaige Anforderungen in einer Stellenanzeige.

Sie beweisen Initiative und Motivation sowie Ihr Interesse an diesem Unternehmen.

Sollte keine passende Stelle vorhanden sein, wird Ihre Initiativbewerbung ggf. in der Zukunft bevorzugt berücksichtigt. Sie sollten sich aber keinesfalls zurücklehnen und glauben, dass Ihre Bewerbung bei jeder neuen Stellenausschreibung automatisch berücksichtigt wird.

Contra Initiativbewerbung

Gerade größere oder bekanntere Unternehmen können sich vor der Vielzahl der Initiativbewerbungen nicht retten und sagen diese aus Überlastung heraus häufig nahezu grundsätzlich ab, auch wenn es zeitgleich passende offene Arbeitsplätze im Unternehmen gibt.

Es gibt Bewerbermanagementsysteme, in denen Absagen zentral gespeichert werden. Durch eine missglückte Initiativbewerbung verbaut man sich hier ggf. weitere Chancen.

Initiativbewerbungen sind richtig gemacht mit deutlich mehr Aufwand verbunden als eine Bewerbung auf eine Stellenanzeige.