Die Kündigung des Arbeitsvertrags durch den Arbeitgeber

Die Kündigung ist häufig für beide Seiten sehr unangenehm. Eine Studie der Managementberatung Kienbaum ergab, dass nur wenige Führungskräfte auf dieses heikle Thema vorbereitet sind.


Kündigungsgrund: Warum erfolgt die Kündigung?

Es gibt verschiedene Gründe, die zur Beendigung des Arbeitsvertrages führen können. Auf der einen Seite stehen betriebsbedingte Gründe wie eine anhaltend schlechte wirtschaftliche Auslastung oder die Schließung eines Standortes. Auf der anderen Seite stehen Gründe, die auf der Seite des Mitarbeiters liegen, wie z. B. dauerhaft unzureichende Leistungen oder Fehlverhalten des Arbeitnehmers.

Unzureichende Leistungen abmahnen
Unzureichende Leistungen müssen vor der Kündigung des Arbeitsvertrages bereits genau für den Mangel abgemahnt worden sein, für den im Wiederholungsfall die Kündigung erfolgt. Je detaillierter der Mangel in der Abmahnung beschrieben wird, desto besser für beide Seiten: Der Arbeitnehmer erhält die Möglichkeit, gezielt an seinen Leistungen zu arbeiten. Für den Arbeitgeber ist es wichtig, den Mangel genau zu beschreiben, um im Wiederholungsfall zum Mittel der Kündigung greifen zu können.

Die Kündigung richtig aussprechen
Eine Kündigung ist insbesondere auch aus Sicht des Mitarbeiters eine sehr einschneidende Maßnahme. Häufig fußt die gesamte Lebensplanung auf diesem Job. Mit der Kündigung hat der Mitarbeiter dann das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Um diese schwierige Situation zu meistern, sind Ihre Soft Skills und Ihr Fingerspitzengefühl gefragt:

Nehmen Sie sich Zeit für ein Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter. Kommen Sie direkt auf den Punkt und sprechen Sie die Kündigung aus. Erklären Sie dem Mitarbeiter den Grund der Kündigung. Erlauben Sie dem Mitarbeiter, Ihre Entscheidung nachzuvollziehen.

Bieten Sie Unterstützung an

Prüfen Sie, in welchem Maße Sie dem Mitarbeiter eine Brücke in eine neue Beschäftigung bauen wollen. Bei betriebsbedingten Kündigungen wird hier regelmäßig anders gehandelt als bei verhaltensbedingten Kündigungen. Je früher Sie dem Mitarbeiter die Kündigung mitteilen, desto mehr Zeit bleibt diesem, eine neue Anstellung zu finden. Durch eine Freistellung oder durch eine flexible Urlaubsregelung geben Sie dem Mitarbeiter Zeit, sich am Arbeitsmarkt umzutun und sich zu bewerben. Weitergehende Punkte sind ein Coaching in der Bewerbungsphase, ggf. Qualifizierungsmaßnahmen oder auch eine Verlängerung der Kündigungsfrist.

Beispiel: Aus betrieblichen Gründen muss ein Unternehmen Mitarbeitern kündigen. Um ihnen zu helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, bietet der Arbeitgeber Coachings zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch an.

Emotionale Ausbrüche
Manche Mitarbeiter reagieren gefasst auf eine Kündigung. Andere werden depressiv oder aggressiv. Seien Sie auf jede Form der Reaktion entsprechend vorbereitet. In einigen Fällen kann es opportun sein, die Beschäftigung des Mitarbeiters z. B. mittels Freistellung sofort zu beenden. Andere benötigen ggf. Unterstützung um gesund zu Hause anzugelangen. Kümmern Sie sich auch in dieser Phase um diese ausscheidenden Mitarbeiter, die Ihnen genauso wie die übrigen anvertraut sind. Menschliche Größe wird gerade in dieser Phase deutlich sichtbar.

Das Gespräch mit dem Team
Führen Sie sofort nach der Trennung von einem oder auch mehreren Ihrer Mitarbeiter ein Gespräch mit Ihrem gesamten Team. Informieren Sie dieses über das Ausscheiden der Mitarbeiter und soweit opportun den Grund der Trennung, achten Sie dabei allerdings auf den Datenschutz gegenüber dem Gekündigten: Genaue Trennungsgründe sind tabu. Klären Sie, was sich organisatorisch aufgrund der Trennung ändern wird und wie die Arbeit bis zu einer etwaigen Neubesetzung aufgeteilt wird.

Fazit
Wie Sie mit einem gekündigten Mitarbeiter umgehen, hat entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und den Leistungswillen der verbleibenden Mitarbeiter, und darüber hinaus auf Ihren Ruf als qualifizierte Führungskraft.